Flexible Mehrschichtverbunde aus Polyethylen, Polypropylen, Polyamid, Aluminium und weiteren Materialien haben die Lebensmittelverpackung über Jahrzehnte geprägt. Ihre Stärke liegt in der präzisen Kombination funktionaler Schichten: Sperrwirkung gegen Sauerstoff und Wasserdampf, mechanische Stabilität, Siegelfähigkeit und Bedruckbarkeit lassen sich durch Schichtaufbau gezielt kombinieren. Der entscheidende Nachteil dieser Materialverbunde besteht jedoch darin, dass sie sortenrein nicht rückgewonnen werden können – am Ende der Nutzungskaskade landen sie überwiegend in der thermischen Verwertung. Vor dem Hintergrund verschärfter regulatorischer Anforderungen – etwa der EU-Verpackungsverordnung PPWR – wächst der Druck auf Hersteller und Abpacker, auf recyclingfähige Verpackungsformate umzustellen. Monomaterialien rücken dabei in den Mittelpunkt der technologischen Entwicklung.
Als Monomaterial gilt eine Verpackung, deren alle funktionalen Schichten aus derselben Polymerklasse bestehen, sodass der Verbund ohne vorherige Trennung dem mechanischen Recycling zugeführt werden kann. In der Praxis sind dies vorrangig Strukturen auf Basis von Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP), jeweils in unterschiedlichen Dichteklassen und Orientierungszuständen. Die technische Herausforderung besteht darin, mit einem einzigen Polymersystem jene Barriereeigenschaften zu erreichen, die bislang nur durch das Zusammenspiel chemisch unverträglicher Werkstoffe realisierbar schienen.
Schichtaufbau und Barrieremechanismen im Monomaterialverbund
Moderne Monomaterial-Folien nutzen mehrere physikalisch-chemische Strategien, um die Barriereleistung eines Mehrschichtverbundes zu approximieren. Die Biaxiale Orientierung (BOPP, BOPE) verdichtet die Polymermatrix und reduziert die Gasdurchlässigkeit erheblich gegenüber dem unverstreckten Ausgangsmaterial. Ergänzend kommen Dünnschichtbeschichtungen aus Siliziumoxid (SiOx) oder Aluminiumoxid (AlOx) per Vakuumabscheidung zum Einsatz; diese anorganischen Schichten von wenigen Nanometern Dicke beeinflussen die Recyclingfähigkeit des Polymerträgers nicht wesentlich, weil ihr Massenanteil vernachlässigbar ist.
Eine weitere Option ist die Co-Extrusion mit EVOH-Zwischenschichten. EVOH (Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer) weist zwar eine abweichende chemische Identität auf, kann jedoch bei Massenanteilen unterhalb definierter Schwellwerte – die von Recyclern und Zertifizierungssystemen wie RecyClass oder dem deutschen Mindeststandard der Dualen Systeme festgelegt werden – als tolerierbare Verunreinigung im PE- oder PP-Recyclatstream akzeptiert werden. Diese Schwellwerte sind nicht starr; sie unterliegen laufender Revision im Zuge verbesserter Sortier- und Waschtechnologie.




