Blindleistungskompensation bezeichnet technische Maßnahmen zur Reduktion der induktiven oder kapazitiven Blindleistung in elektrischen Netzen und Betriebsmitteln. Induktive Lasten wie Elektromotoren, Transformatoren und Drosselspulen erzeugen einen phasenverschobenen Strom gegenüber der Spannung, was zu einem Leistungsfaktor cos φ kleiner eins führt. Diese Blindleistung belastet Kabel, Transformatoren und Schaltanlagen mit zusätzlichen Strömen, ohne nutzbare Arbeit zu verrichten, und verursacht erhöhte Übertragungsverluste sowie netzentgeltrelevante Blindleistungsbezugskosten. Zur Kompensation werden Kondensatorbatterien (statisch oder stufengeschaltet) parallel zu den Verbrauchern geschaltet, die kapazitive Gegenblindleistung erzeugen und den resultierenden Phasenwinkel minimieren. Moderne Anlagen setzen statische Var-Kompensatoren (SVC) oder aktive Filter ein, die dynamisch und oberwellenselektiv reagieren. In Anlagen mit hohem Umrichteranteil ist eine Analyse der Oberwellenbelastung obligatorisch, da Kondensatoren in Resonanz mit Netzimpedanzen treten können. Zielwert in der Industrie ist üblicherweise ein Leistungsfaktor von 0,95 induktiv oder besser.
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Blindleistungskompensation
EnergieeffizienzQuelle: wirautomatisierer-Redaktion