Ein kollaborativer Roboter, kurz Cobot, ist ein Industrieroboter, der nach ISO 10218 (Teil 1 und Teil 2) – seit der Revision 2025 einschließlich der integrierten Inhalte der früheren technischen Spezifikation ISO/TS 15066 – so ausgelegt ist, dass er ohne trennende Schutzeinrichtung unmittelbar mit Menschen in einem gemeinsamen Arbeitsraum interagieren kann. Die Sicherheit wird durch konstruktive und steuerungstechnische Maßnahmen gewährleistet: Die Norm definiert vier Kollaborationsarten – sicherheitsbewerteter Überwachungshalt (Safety-rated Monitored Stop), Handführung (Hand Guiding), Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung (Speed and Separation Monitoring, SSM) sowie Kraft- und Leistungsbegrenzung (Power and Force Limiting, PFL). Cobots verfügen zur Krafterkennung entweder über integrierte Drehmomentsensoren in den Gelenken oder – je nach Hersteller und Modell – über motorstrombasierte Kraftschätzverfahren, die eine Reaktion auf unerwartete Kräfte ermöglichen. Durch intuitive Programmiermethoden – etwa Lead-through-Teaching – lassen sich Cobots ohne tiefgehende Roboterprogrammierkenntnisse einrichten. Typische Einsatzfelder sind Montage, Qualitätskontrolle, Schrauben und Bestücken in kleinen und mittleren Betrieben sowie in variablen Produktionsumgebungen mit häufigem Produktwechsel. Die zulässigen Grenzwerte für Kontaktkräfte und -drücke sind in ISO/TS 15066 (Anhang A, informativ) als biomechanische Richtwerte angegeben und bilden die Grundlage für die anwendungsspezifische Risikobeurteilung.
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Cobot (kollaborativer Roboter)
RobotikQuelle: wirautomatisierer-Redaktion