IEC 61131-3 ist der dritte Teil der internationalen Normenreihe IEC 61131 und definiert die Programmiersprachen für Speicherprogrammierbare Steuerungen. Die Norm legt ein herstellerunabhängiges Softwaremodell sowie – in ihrer aktuellen vierten Ausgabe (2025) – vier standardisierte Programmiersprachen fest: Kontaktplan (KOP/LD), Funktionsbausteinsprache (FUP/FBD), Strukturierter Text (ST) und Ablaufsprache (AS/SFC). Die Anweisungsliste (AWL/IL) war Bestandteil früherer Ausgaben, wurde in der dritten Edition (2013) als veraltet markiert und in der vierten Edition (2025) vollständig entfernt. Ziel der Norm ist die Vereinheitlichung der SPS-Programmierung über Herstellergrenzen hinweg, um Portierbarkeit von Programmen und Wiederverwendbarkeit von Softwaremodulen zu fördern. Das Softwaremodell der IEC 61131-3 sieht eine hierarchische Gliederung in Konfiguration, Ressource, Tasks und Programmorganisationseinheiten (POE) vor. POEs umfassen Programme, Funktionsbausteine und Funktionen. Funktionsbausteine kapseln Daten und Algorithmen in wiederverwendbaren Softwareeinheiten und entsprechen dem objektorientierten Konzept der Kapselung. Die dritte Ausgabe (2013) erweiterte das Modell um objektorientierte Konzepte wie Klassen, Methoden, Interfaces und Vererbung; die vierte Ausgabe (2025) ergänzt u. a. Properties und Synchronisationsprimitive. IEC 61131-3 bildet die Grundlage für nahezu alle modernen SPS-Entwicklungsumgebungen und ermöglicht einheitliche Schulungs- und Qualifikationskonzepte in der industriellen Automatisierung.
I
IEC 61131-3
Steuerungstechnik & SPSQuelle: wirautomatisierer-Redaktion