Kalibrierung bezeichnet den Vorgang, bei dem unter festgelegten Bedingungen der Zusammenhang zwischen den Werten einer Messgröße, die durch ein Messmittel angezeigt werden, und den entsprechenden, durch Normale dargestellten Werten ermittelt und dokumentiert wird. Die Definition folgt dem Internationalen Wörterbuch der Metrologie (VIM, JCGM 2008), das als zweiten Schritt zusätzlich die Berücksichtigung der ermittelten Abweichung zur Korrektur künftiger Messwerte vorsieht. Im deutschen Sprachgebrauch und nach DIN 1319-1 umfasst Kalibrierung hingegen ausdrücklich keinen Eingriff in das Messgerät; eine solche Anpassung wird als Justierung bezeichnet. Ergebnis einer Kalibrierung ist ein Kalibrierschein oder Kalibrierzertifikat, das die Messunsicherheit nach GUM (Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement) ausweist. In der industriellen Messtechnik wird zwischen werksintern durchgeführten Kalibrierungen und akkreditierten Kalibrierungen durch nach DIN EN ISO/IEC 17025 zugelassene Laboratorien unterschieden; Letztere sind für rückführbare Messungen in regulierten Branchen wie Pharma, Lebensmittel oder Energie oft verbindlich vorgeschrieben. Die Rückführbarkeit auf nationale oder internationale Normale – in Deutschland realisiert durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) – stellt die Vergleichbarkeit von Messergebnissen sicher. Kalibrierintervalle werden risiko- und beanspruchungsbasiert festgelegt und sind Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001.
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Kalibrierung
Sensorik & MesstechnikQuelle: wirautomatisierer-Redaktion