OT-Security (Operational Technology Security) bezeichnet den Schutz von industriellen Steuerungs- und Automatisierungssystemen vor unberechtigtem Zugriff, Manipulationen und Cyberangriffen. Im Unterschied zur klassischen IT-Security, die vorrangig Vertraulichkeit und Integrität von Daten schützt, steht in der OT die Verfügbarkeit und Integrität physischer Prozesse im Vordergrund. Betroffen sind SCADA-Systeme, DCS, SPSen, HMI-Terminals, Feldgeräte und Kommunikationsnetzwerke in Fertigungsanlagen, kritischen Infrastrukturen sowie der Prozessindustrie. Normative Grundlage ist die Normenreihe IEC 62443, die ein Defense-in-Depth-Konzept mit segmentierten Sicherheitszonen (Zones and Conduits) und definierten Security Levels (SL 1 bis SL 4) beschreibt. Besondere Herausforderungen entstehen durch lange Gerätelebenszyklen, proprietäre Protokolle (z. B. Modbus, PROFIBUS), eingeschränkte Patch-Möglichkeiten und die wachsende Konvergenz von OT- und IT-Netzwerken im Zuge von Industrie 4.0 und IIoT. Präventive Maßnahmen umfassen Netzwerksegmentierung, Asset-Inventarisierung, Anomalieerkennung, sichere Fernwartungszugänge sowie Schulung des Betriebspersonals. Die NIS-2-Richtlinie der EU verpflichtet Betreiber kritischer und wichtiger Einrichtungen zur Umsetzung angemessener technischer und organisatorischer Cybersicherheitsmaßnahmen.
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OT-Security
Safety & SecurityQuelle: wirautomatisierer-Redaktion