Die deutsche Ernährungsindustrie hat das erste Halbjahr 2026 mit einer negativen Bilanz abgeschlossen. Laut Halbjahresbericht der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) gingen die Branchenumsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent zurück. Der Gesamtumsatz lag bei 115,8 Milliarden Euro und damit etwa 2,7 Milliarden Euro unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2025.
Sowohl das Inlandsgeschäft als auch das Exportgeschäft entwickelten sich rückläufig. Die Inlandsumsätze sanken um 2,4 Prozent, die Auslandsumsätze um 2,1 Prozent. Auffällig ist, dass der physische Absatz dabei insgesamt leicht zulegte: Im Ausland stieg die abgesetzte Menge sogar um 2,5 Prozent, während sie im Inland mit minus 0,1 Prozent nahezu stabil blieb. Der Umsatzrückgang erklärt sich folglich primär durch gesunkene Verkaufspreise – ein Indiz für erheblichen Preisdruck entlang der Wertschöpfungskette.
Besonders ausgeprägt war der Preisverfall im Auslandsgeschäft: Dort sanken die Erlöse je Absatzeinheit um 4,5 Prozent, im Inland um 2,3 Prozent. In einem Marktumfeld, das von Kaufzurückhaltung der Verbraucher und intensivem Wettbewerb geprägt ist, sehen sich Hersteller gezwungen, Preisabschläge zu akzeptieren, um Marktanteile und Volumina zu halten. Gleichzeitig verharren die Kostenpositionen für Energie, Personal sowie Rohstoffe und Produktionsmittel auf einem strukturell erhöhten Niveau – eine Kombination, die die Ertragslage der Unternehmen erheblich belastet.
Die BVE nutzt die Halbjahresbilanz, um wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf anzumahnen. Der Verband fordert eine spürbare Verbesserung der Rahmenbedingungen am Produktionsstandort Deutschland, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche langfristig zu sichern. Angesichts der Kostenstrukturen und des anhaltenden Preisdrucks sei die Politik gefordert, insbesondere bei Energie- und Bürokratiekosten gegenzusteuern.
Die Zahlen verdeutlichen, unter welchem Spannungsfeld die rund 6.000 Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie aktuell operieren. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt über 230 Milliarden Euro gehört die Branche zu den größten Industriezweigen Deutschlands – ihre konjunkturelle Lage hat damit Signalwirkung weit über den Sektor hinaus.
Quelle: BVE Bundesvereinigung Ernährungsindustrie – https://www.ernaehrungsindustrie.de/pressemitteilung/sinkende-umsaetze-ernaehrungsindustrie-zieht-negative-halbjahresbilanz-2026/




