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    Aminosäureanalyse zeigt Qualität von Proteinen
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    Technik

    Aminosäureanalyse zeigt Qualität von Proteinen

    Mit der Aminosäureanalyse von Membrapure wird in der Lebensmittelindustrie die Qualität von Proteinen bewertet.
    Veröffentlicht
    11. November 2025
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Mit der Aminosäureanalyse wird in der Lebensmittelindustrie die Qualität von Proteinen bewertet. Sie trägt so zur Ernährungssicherheit und zur Entwicklung nachhaltiger Proteinquellen aus Insekten oder pflanzlichen Ersatzprodukten bei. Mit der Aminosäureanalyse kann auch untersucht werden, wie sich das Aminosäureprofil während der Prozessierung entwickelt. Auf diese Weise lassen sich die optimalen Produktionsschritte für ein qualitativ hochwertiges Produkt identifizieren.

    Proteine sind ein essenzieller Bestandteil der menschlichen Ernährung und finden sich sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Bei der Lebensmittelaufbereitung müssen bestimmte Verfahren eingehalten werden, um die Stabilität und Verfügbarkeit der Aminosäuren, der Bausteine dieser Proteine, zu gewährleisten. In Deutschland werden Gehalt und Qualität von Aminosäuren in Lebensmitteln unter anderem durch die Lufa (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalten) untersucht.

    Prüfung der Zusammensetzung

    Die Aminosäureanalyse erlaubt es, eine Authentizitätsprüfung vorzunehmen, etwa bei speziellen Ernährungsprodukten wie Säuglingsnahrung. Die Aminosäure Tryptophan ist zum Beispiel besonders wichtig für die pränatale und frühe Ernährung von Säuglingen. Bei Babys mit bestimmten Stoffwechselstörungen müssen manche Aminosäuren gezielt ergänzt werden, während andere nicht zugeführt werden dürfen. Mit der Aminosäureanalyse kann die korrekte Zusammensetzung von Babymilchpulver sichergestellt werden. Fälschungen und Verunreinigungen lassen sich so erkennen. Es zeigt sich zum Beispiel, ob wasserbindende Proteine zugesetzt wurden, um das damit schwerere und minderwertigere Produkt teurer verkaufen zu können.

    Auch im Bereich der Futtermittel wird die Aminosäureanalyse eingesetzt: Aminosäuren können zum Beispiel im Hühnerfutter aus verschiedenen Quellen wie Pflanzen, Algen oder Insekten zur Verfügung gestellt werden. Sie sind in sogenannte Lebensmittelmatrizen eingebunden und ihre Bioverfügbarkeit hängt von der Menge und der Einbindung, das heißt der Struktur der Matrix, sowie den Prozessschritten der Verarbeitung ab. Die Aminosäurespektren der einzelnen Komponenten können mit der Analyse bewertet und ihre Auswirkungen auf die Tiere beurteilt werden. Das erlaubt es, die Quantitäten der Produktgruppen anzupassen und zu kombinieren, um ein Futter herzustellen, das das Geflügel bestmöglich versorgt.

    Aminosäureprofile für Novel Food

    Verpflichtend ist eine Aminosäureanalyse in der Regel nicht, da laut EU-Recht für die Nährwertkennzeichnung nur der Proteingehalt angegeben werden muss. Eine Ausnahme bilden Produkte für besondere Ernährung oder sogenanntes Novel Food, bei dem Behörden wie die European Food Safety Authority (EFSA) ein detailliertes Aminosäureprofil zur Bewertung der Proteinqualität fordern. Bei Fleischersatzprodukten und Functional Food gewinnt die Aminosäureanalyse an Bedeutung, da Unternehmen sowohl für Zulassungsverfahren als auch für Marketingzwecke verstärkt auf die Darstellung von Aminosäureprofilen setzen.

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    Wird mit Insekten experimentiert, die unter lebensmittelhygienischen Bedingungen produziert werden müssen, ist es wichtig zu wissen, welche Nährstoffe und Aminosäuren sie enthalten und wie sich diese während des Prozessierens verhalten. Genau das untersucht das Projekt ProtinA am Beispiel von Grillen (Acheta domesticus). Hierfür arbeiten das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V. (ATB), das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam Rehbrücke (DIfE) und drei Unternehmen zusammen. Für die Analysen wird der Aminosäureanalysator von Membrapure eingesetzt.

    Veränderungen durch Verarbeitung

    Anhand der Grillen wird untersucht, wie sich die Aufbereitung und Verarbeitung auf Proteinstruktur und -eigenschaften und damit die Qualität des Endprodukts auswirken. Verschiedene Technologien werden getestet, um die resultierende ernährungsphysiologische Qualität der hergestellten Lebensmittel zu charakterisieren. Außerdem werden die Verarbeitungsparameter so angepasst, dass die Bioverfügbarkeit der Proteine erhalten bleibt. Besteht Klarheit über die Auswirkungen der Verarbeitungsschritte, kann beispielsweise vermieden werden, dass das Produkt überbehandelt wird. Damit reicht der Erkenntnisgewinn von der Auswirkung der Prozessierungsschritte bis zur Ernährungswirkung. Er soll auch auf andere alternative Proteinquellen übertragbar sein und dazu beitragen, neue Eiweißquellen auf den Markt zu bringen, die sowohl gesund als auch nachhaltig sind. Das Projekt ProtinA begann im Sommer 2024 und endet am 30. Juni 2027. Für die Aufbereitung der Proben und ihre standardisierte Quantifizierung wurde ein Protokoll entwickelt. Die ersten mit dem Aminosäureanalysator generierten Daten werden gerade ausgewertet.

    Technologie und Methodik

    Aminosäuren sind empfindlich und werden im Körper oder während der Verarbeitung in andere Formen überführt, beispielsweise durch Oxidation. Der Aminosäureanalysator Aracus von Membrapure ermöglicht die Untersuchung sowohl freier als auch gebundener Aminosäuren. Bei freien Aminosäuren erfolgt die Bestimmung über eine Nachsäulenderivatisierung: Nach der chromatographischen Trennung wird ein Reagenz zugesetzt, das mit den Aminosäuren reagiert und stabile, chromophore Derivate bildet. Primäre Aminosäuren bilden einen violetten Farbstoff (Ruhemanns Purpur) und sekundäre Aminosäuren einen gelben Farbstoff. Diese werden im Detektor erfasst, wobei die Peakfläche des Signals direkt mit der Konzentration korreliert, was eine präzise Quantifizierung erlaubt. Für gebundene Aminosäuren, die in Proteinen oder Peptiden vorliegen, ist eine vorherige Hydrolyse erforderlich, um die einzelnen Bausteine freizusetzen, ohne sie zu verändern oder abzubauen. Die Methode liefert somit keine Informationen über die Sequenz, erlaubt jedoch eine genaue Bestimmung des quantitativen Aminosäureprofils. Im Projekt ProtinA wird dieses Verfahren eingesetzt, um die Zusammensetzung und den Gehalt an Aminosäuren in den untersuchten Proben zuverlässig zu erfassen.

    Die Vorbereitung der Proben hängt von der Methode und dem Detektor ab. Liegt Protein in hoher Konzentration vor, muss die Probe in der Regel verdünnt werden, da sonst zu starke Messsignale entstehen würden. Die vorbereitete Probe wird anschließend in den Autosampler überführt, wo die relevanten Parameter wie Probenname, Messmethode, Messgröße und verwendeter Standard eingetragen werden. Nach der Analyse werden die Signale der Probe mit denen des Standards vom Nutzer ins Verhältnis gesetzt und somit die Menge der entsprechenden Aminosäuren bestimmt. Die Trennung der Aminosäuren erfolgt durch den Einsatz verschiedener Eluenten, die sich in Salzkonzentration und pH-Wert unterscheiden, bevor sie mit einem Reagenz umgesetzt und so nachweisbar gemacht werden. Die Ergebnisse werden in Form einer Grafik dargestellt, aus der die Mengen der Aminosäuren abgeleitet und mit bekannten Referenzbereichen verglichen werden können.

    Die Art der Aminosäure kann ermittelt werden, außerdem, ob es sich um eine Reinsubstanz handelt: Grillen besitzen zum Beispiel als Trockensubstanz einen Proteingehalt von rund 60 %; die Produktgruppen besitzen ein eigenes Aminosäureprofil. Tauchen in der Analyse von Lebensmittelmatrizen andere Werte auf, lässt das Rückschlüsse zu, dass es sich nicht um reines Grillenprotein handelt, sondern dass andere Zusätze beigemischt wurden.

    Membrapure GmbH, Hennigsdorf

    Autor: Dr. Thorsten Heinlein

    Area Sales Manager EMEA,

    Membrapure

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