Zum Inhalt springen
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
    Ernährungsindustrie-Newsletter
    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.
    Newsletter abonnieren

    Info

    • Impressum
    • Datenschutz
    • Barrierefreiheit
    • Datenschutzeinstellungen

    Kontakt zur Redaktion

    Deutsche ErnährungsindustrieKonradin Mediengruppe
    Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

    E-Mail: redaktion@konradin.de
    Folgen Sie uns
    Deutsche Ernährungsindustrie
    © 2026 Deutsche Ernährungsindustrie
    Startseite/Technik/Artikel
    Anreicherung von Chlorat in Lebensmitteln vermeiden
    Bildquelle nicht angegeben
    Technik

    Anreicherung von Chlorat in Lebensmitteln vermeiden

    Mit chlorat- und chloridarmen Desinfektionsverfahren lässt sich die Anreicherung von Chlorat in Lebensmitteln vermeiden.
    Veröffentlicht
    19. Mai 2021
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Das Thema Chloratbelastung ist in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie momentan in aller Munde. Immer wieder werden erhöhte Werte des gesundheitsschädlichen Chlorats in verschiedenen Endprodukten festgestellt. Traditionelle Desinfektionsverfahren erzeugen davon teilweise Konzentrationen, die weit über den angestrebten minimalen Grenzwerten liegen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie sich schädliche Chloratanreicherungen vermeiden lassen.

    Bei Nahrungsmitteln, Molkereiprodukten, Säuglingsnahrung sowie Obst und Gemüse sind in den vergangenen Jahren zunehmend überhöhte Chloratkonzentrationen aufgefallen. Chlorate sind Salze der Chlorsäure. Sie können bei der Aufnahme in den Körper den roten Blutkörperchen schaden und die Jodaufnahme hemmen. Chlorat kann nicht nur bei der Erzeugung auf dem Feld durch die Aufnahme von Pflanzenschutzmitteln, sondern auch während der Verarbeitung in die Nahrung gelangen. Besonderes Augenmerk richten Hersteller und Verarbeiter von Lebensmitteln und Getränken dabei auf das Produktwasser. Es wird vor der Verwendung aufbereitet und desinfiziert. Hier gilt es, besonders achtsam zu sein, da Desinfektionsverfahren den Anteil an Chlorat im Wasser entscheidend beeinflussen. Abhängig vom pH-Wert, der Wassertemperatur, der Anwendungsdauer und der organischen Belastung des Wassers bildet sich Chlorat als Nebenprodukt beim Einsatz chlorhaltiger Mittel. Der Chlorbedarf nimmt bei hoher organischer Belastung zu. Dementsprechend steigt auch der Gehalt an Chlorat und kann die vorhandene Konzentration im Produkt erhöhen. Abhängig von Temperatur und Lagerdauer kann bei gebrauchsfertigen chlorhaltigen Desinfektionsmitteln der Chloratgehalt sogar bis auf den doppelten Wert ansteigen, während das aktive Chlor auf bis zu ein Drittel abnimmt.

    Desinfektion mit Chlordioxid

    In der Getränke- und Lebensmittelindustrie hat sich Chlordioxid ClO2 als wirksames Desinfektionsmittel etabliert. Ein entscheidender Vorteil gegenüber der Chlorung ist beispielsweise die vom pH-Wert des Wassers unabhängige Wirkung. Auch in geringen Konzentrationen hat ClO2 eine hohe Desinfektionskraft. So lassen sich mit Konzentrationen von 0,3 ppm zuverlässig die Keimzahlen von ca. 1000 KbE/ml innerhalb weniger Minuten auf null bringen.

    Bei der Erzeugung von Chlordioxid spielt die Ausbeute des Chlordioxidgenerators
    eine entscheidende Rolle. Beim gängigen Verfahren unter Verwendung der Ausgangsstoffe Natriumchlorit und Salzsäure kann beispielsweise davon ausgegangen werden, dass alles, was zur theoretischen Ausbeute von 100 % fehlt, als Chlorat vorliegt. Bei einer Anlage mit 80 % Ausbeute wird folglich mit jedem mg/l Chlordioxid auch gleichzeitig ca. 0,22 mg/l Chlorat dosiert. Bei einer Anlage mit 95 % Ausbeute ist das mit 0,06 mg/l eine fast vierfach geringere Chloratbelastung.

    Mehr aus Technik

    Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Technik.

    Alle Technik-Artikel
    GS1 und Google starten Pilotphase für Native Scanning mit GS1 DataMatrix
    Technik

    GS1 und Google starten Pilotphase für Native Scanning mit GS1 DataMatrix

    2. Oktober 2026

    GS1 Germany und Google erproben ab Januar 2026 das Native Scanning von GS1 DataMatrix Codes – mit direktem Potenzial für Track-and-Trace und Kennzeichnung in der Lebensmittelindustrie.

    Festo übernimmt Gummiwarenfabrik Neddermann
    Technik

    Festo übernimmt Gummiwarenfabrik Neddermann

    2. Oktober 2026

    Festo SE & Co. KG integriert zum 1. Januar 2026 die Gummiwarenfabrik R. Neddermann GmbH und baut damit seine Fertigung und Kompetenz im Bereich Dichtungstechnologie aus.

    ← Zurück zu TechnikZur Startseite

    Ernährungsindustrie-Newsletter

    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.

    Zum Newsletter anmelden →

    Die Chlordioxidanlagen Bello Zon arbeiten nach dem oben genannten Chlorit/Säure-Verfahren. Dabei wird eine chlorfreie Chlordioxidlösung erzeugt. Durch das ausgereifte Reaktordesign ist ein Wirkungsgrad von bis zu 98 % möglich. Bei zur Zwischenlagerung erzeugten Chlordioxidlösungen muss der abhängig von Konzentration, Temperatur, pH-Wert, Licht und Zeit erfolgende Abbau des Chlordioxids zu Chlorat beachtet werden.

    Hohe Materialverträglichkeit

    Aufgrund geringer Chloridwerte gewährleistet die Chlordioxidanlage Bello Zon CDLb H2SO4 eine hohe Materialverträglichkeit. Sie generiert eine extrem chloridarme Chlordioxidlösung und eignet sich für Anwendungen in sensitiven Edelstahlumgebungen wie Tunnelpasteuren, Autoklaven und Kühlkreisläufen. Die Anlage erzeugt aus Natriumchlorit und Schwefelsäure bis zu 89 g Chlordioxid pro Stunde. Bei der Chlordioxidherstellung nach dem Chlorit-Schwefelsäureverfahren beträgt das Verhältnis Chlordioxid zu Chlorid maximal 1:0,3. Im Vergleich zur CIO2-Erzeugung nach dem Chlorit-Salzsäureverfahren mit einem Verhältnis Chlordioxid zu Chlorid von maximal 1:2,6 ließt sich der Chloridgehalt einer fertigen Chlordioxidlösung um ca. 90 % senken.

    Die Batchproduktion erfolgt wegen der Verfahrensführung besonders sicher. Auch bei der Lagerung bleibt die Chlordioxidlösung in ihrer Konzentration langzeitstabil. Das Chlordioxid wird in einem Vorlagemodul in einer Konzentration von 1500 mg/l zwischengespeichert. Die geschlossene Gasführung verhindert, dass Chlordioxid aus der Anlage entweichen kann.

    Chlorid- und chloratarme Elektrolyse

    Auch bei den verschiedenen Verfahren und Anlagen zur elektrolytischen Erzeugung von Chlor aus Kochsalz entstehen Desinfektionsprodukte mit einer breiten Spanne unterschiedlicher Chloratgehalte. Bei der Anlagentechnik und -verfahrensführung gibt es viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, etwa die Auswahl von Elektrodenmaterialien, die Geometrie der Elektrolysezelle oder die Temperatur. Die Vor-Ort-Herstellung von Chlor durch Elektrolyse benötigt nur Wasser, Salz und Energie in Form von Strom. Für besonders sensible Anwendungen wie die Herstellung von Babynahrung gibt es Elektrolyseanlagen, die Chlorlösungen mit einem Gehalt von nur 0,7 % Chlorat bezogen auf den Aktivchlorgehalt erzeugen. Mit jedem mg/l Aktivchlor werden hier nur 0,007 mg Chlorat dosiert.

    Ein Verfahren, bei dem die Bildung störender Nebenprodukte auf ein Minimum reduziert wird, ist die Dulcolyse. Sie erzeugt weniger als 0,01 ppm Chlorat bei einer Dosierung von 1 ppm FAC (Free Available Chlorine). Diese Chloratwerte wurden nach DIN/EN ISO 103054-4 (D25):1999-07 (unterhalb der Nachweisgrenze) gemessen. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens sind minimale Chloridwerte.

    Bei der Erzeugung lagerfähiger Chlorlösungen gelten die gleichen Anmerkungen wie beim Chlordioxid. Das Thema Lagerhaltung ist auch bei nicht vor Ort hergestellten Produkten auf Basis von Natriumhypochlorit (Chlorbleichlauge) und Calciumhypochlorit entscheidend.

    Prominent GmbH, Heidelberg

    Autor: Michael Birmelin

    Marketingredakteur,

    Prominent

    Hygienic Design in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Normen und Praxis
    Technik

    Hygienic Design in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Normen und Praxis

    1. Oktober 2026

    Hygienic Design bezeichnet die konstruktive Gestaltung von Maschinen, Anlagen und Bauteilen so, dass mikrobiologische, chemische und physikalische Kontaminationen systematisch verhindert werden. Dieser Fachartikel…

    MULTIVAC gewinnt Deutschen Verpackungspreis mit Cooling@Packing
    Technik

    MULTIVAC gewinnt Deutschen Verpackungspreis mit Cooling@Packing

    29. September 2026

    MULTIVACs Cooling@Packing-System integriert den Kühlprozess von Backwaren in eine Tiefzieh-Verpackungsmaschine und wurde mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet.