Mit XPlanar eröffnet Beckhoff neue Wege für eine maximale Freiheit und Vereinfachung bei der Konzeption von Maschinen und Anlagen. Möglich machen dies die frei beweglichen und über beliebig angeordnete Planarkacheln schwebenden Planarmover. Die konkreten Anwendungsvorteile des Antriebssystems erläutert Uwe Prüßmeier, Senior Product Manager Drive Technology, in diesem Interview.
Herr Prüßmeier, was ist das Besondere an dem XPlanar-System?
Prüßmeier: XPlanar ist mehr als ein reines Antriebssystem. Es handelt sich um eine komplette Lösung für den hochflexiblen Produkttransport. Im Vergleich zu dem Beckhoff-Antriebssystem XTS kommt beim XPlanar-System für die Bewegung die zweite Dimension hinzu. Auf diese Weise ist beispielsweise das problemlose, systemintegrierte Überholen bzw. das Bufferbilden oder -umfahren in der Fläche möglich. Von besonderem Vorteil ist zudem das Prinzip der schwebenden Planarmover, die sich berührungs- und damit geräuschlos und völlig verschleißfrei bewegen.
Welche Funktionen stehen Anwendern für die Umsetzung von Bewegungsaufgaben konkret zur Verfügung?
Prüßmeier: Ein Produkt wird immer von A nach B, von B nach C, von C nach D usw. transportiert. Durch XPlanar müssen diese Stationen nun nicht mehr in einer Linie angeordnet sein und auch die Reihenfolge muss nicht mehr eingehalten werden. Das Produkt kann individuell nur die Stationen anfahren, die für die Bearbeitung gebraucht werden. XPlanar eröffnet mit der Erschließung der zweiten Dimension zahlreiche weitere Optionen. Dazu zählen das Ausschleusen bestimmter Mover aus dem Produktionsfluss und das Optimieren der Prozessabläufe, beispielsweise durch die Einrichtung von Wartezonen. Wichtig ist auch das Überholen langsamerer Mover, um Teilprozesse parallel umsetzen zu können. Hierbei lässt sich jeder Planarmover als einzelne Servoachse individuell steuern, bei Bedarf aber auch mit anderen Movern exakt synchronisieren.
Die Mover lassen sich in insgesamt sechs Freiheitsgraden bewegen. Welche Vorteile ergeben sich daraus insbesondere an den jeweiligen Bearbeitungsstationen?
Prüßmeier: Die Mover können nicht nur an die Bearbeitungsstation fahren, sondern auch in die Station hinein. Zudem können die Mover das Produkt um alle drei Achsen drehen. So lässt sich das transportierte Produkt auf einfache Weise von allen Seiten bearbeiten oder prüfen. Möglich ist auch ein geringes Heben und Senken sowie Kippen des Movers. Das leichte Kippen eignet sich z. B. optimal,
um einen randvoll mit Flüssigkeit gefüllten Behälter dynamisch zu beschleunigen, ohne dass dabei Flüssigkeit überschwappt.




