Dr. Otto A. Strecker, Dipl.-Ing. agr. Christina Weyhofen
AFC hat insgesamt 200 Geschäftsführer und Inhaber der Top-1000-Unternehmen befragt. Thema war die Investitionsbereitschaft. Da die Struktur der befragten Unternehmen weitgehend der Branchenstruktur entspricht, sind es insbesondere die Teilbranchen alkoholische Getränke, Milch und Milcherzeugnisse sowie Fleisch und Wurstwaren, die in der Umfrage überproportional vertreten sind. Die Umfrage berücksichtigt zugleich die unterschiedlichen Größenklassen in Bezug auf die Anzahl der Beschäftigten innerhalb der jeweiligen Teilbranchen. Befragt wurden Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro.
Die Hälfte der befragten Unternehmen plant innerhalb der nächsten 24 Monate Erweiterungsinvestitionen oder die Übernahme von Industriebetrieben. Dabei sind es vor allem die großen Unternehmen, die eindeutig auf Expansionskurs gehen. So planen 56 % der Betriebe mit mehr als 500 Beschäftigten und 59 % der Betriebe mit 251 bis 500 Beschäftigten eine Erweiterungsinvestition oder Übernahme. Allerdings sind es bei den Betrieben mit 101 bis 250 nur noch 50 % und bei den Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten lediglich 39 %. Auch die konkrete Frage nach einer Übernahme von Unternehmen innerhalb der folgenden 24 Monate wird in erster Linie von den großen Unternehmen positiv beantwortet. So sagen 14 % der Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten aus, entweder eine Erweiterungsinvestition oder eine Übernahme zu planen. Unter den befragten Betrieben mit 251 bis 500 Beschäftigten verfolgen 3 % und unter den Betrieben mit 100 bis 250 lediglich 2 % eine Übernahme in den nächsten zwei Jahren.
Die Investitionsneigung schwankt je nach Teilbranche erheblich. Während bei den Herstellern alkoholischer Getränke lediglich 27 % eine Erweiterungsinvestition oder Übernahme planen, liegt der Anteil bei den Milch verarbeitenden Betrieben mit 61 % und bei den Fleisch verarbeitenden Betrieben mit 63 % im Spitzenfeld der Teilbranchen. Zugleich geben 19 % der Fleisch verarbeitenden Betriebe an, entweder eine Erweiterungsinvestition oder eine Übernahme durchzuführen. Andererseits hat keiner der befragten Geschäftsführer bzw. Inhaber dieser Teilbranche die Frage nach einer Übernahme positiv beantwortet. Dahingegen sind es bei den Herstellern alkoholischer Getränke und bei den Milch verarbeitenden Betrieben sogar 3 %, die in den nächsten 24 Monaten eine Übernahme verfolgen.
Investitionen sind in den folgenden zwei Jahren in erster Linie von der Milch verarbeitenden Industrie zu erwarten , weniger von den Herstellern alkoholischer Getränke. Zugleich ist davon auszugehen, dass bei den Herstellern alkoholischer Getränke aber auch in der Milch verarbeitenden Industrie in Zukunft weitere Übernahmen anstehen.




