Um hochwertige Weine produzieren zu können, ist eine sorgfältige Aussortierung von Fremdkörpern entscheidend. Doch eine Auslese von Hand ist für Winzer mühevoll – und vor allem zeitaufwendig. Bedeutend schneller gelingt dies mit der Traubensortieranlage Grapesort von Armbruster Kelterei-Technologie. Sie verfügt über eine Bildverarbeitungseinheit als Kontrollsystem und hygienische Trommelmotoren als Antriebseinheit.
Die Traubensortieranlage von Armbruster Kelterei-Technologie überzeugt in zwei Disziplinen. Zum einen in der exakten Ausscheidung von nicht erwünschten Partikeln und zum anderen in einer hygienischen und leicht zu reinigenden Fördertechnik. Letztere besteht aus Trommelmotoren von Rulmeca. Die gesamte Anlage wurde in einem ZIM-Projekt des BMWi gefördert und in Zusammenarbeit mit der Hochschule Geisenheim und dem Fraunhofer-Institut IOSB in Karlsruhe entwickelt.
Das Ziel des Entwicklungsprojekts war es, die optischen Komponenten sowie die digitale Bildauswertung zu optimieren. Neben der Aussortierung von Fremdkörpern stand dabei auch die Sortierung einzelner Trauben mit verschiedenen Reifekriterien im Fokus. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, die Maische- und Mostqualität zu steigern und damit auch die Qualität des Endprodukts.
Herausfordernde Voraussetzungen
Um optimale Rahmenbedingungen für die Selektion der Trauben zu schaffen, wurde die Fördertechnik von Armbruster so ausgelegt, dass es zu einer vollständigen Materialberuhigung während der Förderung auf einem Förderband mit glatter Oberfläche kommt. Würden sich die Trauben bewegen, entstünden Unschärfen bei der Bilderkennung, was den Ausleseprozess behindert. Aus diesem Grund galt es bei der neuen Anlage ein Verfahren zu entwickeln, bei dem die Trauben sich trotz 3 m/s schnellem Antrieb des Förderbands nicht bewegen. Nach der mechanischen Selektion der Trauben nach verschiedenen Reifeparametern, dem Abbeeren und der darauf folgenden Traubenvereinzelung mussten die Beeren folglich auf die etwa 3 m/s beschleunigt werden, um zuverlässig ohne Eigenbewegung auf dem Förderband der optischen Sortiereinheit zugeführt zu werden.
Auf dem Weg zur Serienreife
Durch die im Zuge des Forschungsprojekts gewonnenen Erkenntnisse wurde die optische Sortieranlage Grapesort sodann zur Serienreife entwickelt. Mit einer intuitiven Softwarebedienung ausgerüstet – damit auch Laien hervorragende Sortierqualitäten erzielen – hat man sie im Jahr 2016 erstmals unter realen Lesebedingungen in Kalifornien in Betrieb genommen. Der Schwerpunkt der ersten Sortieranlage lag dabei auf der Trennung von MOG (Material Other than Grapes). Ergebnis: Die Anwender waren von der hohen Präzision, mit der die Anlage die Trauben von den Fremdkörpern trennte, beeindruckend.




