Nach dem Prinzip „Konfigurieren statt konstruieren“ bietet Schmalz ein modulares System aus verschiedenen Einzelteilen an, die mithilfe einer intuitiv bedienbaren Konfigurationssoftware zu einem individuellen Greifer zusammengefügt werden können. Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke, dass Greifer sofort konfiguriert und auch modifiziert werden können, anstatt sie aufwendig konstruieren und individuell fertigen zu müssen. Schmalz unterstützt bei der Ermittlung der bestmöglichen Greiferkonfiguration, auf Wunsch werden die Greifer anschließend auch als montierte Einheit ausgeliefert. Die Vakuumexperten von Schmalz übernehmen darüber hinaus die Auslegung des gesamten Vakuumsystems mit Vakuumerzeugung, Systemüberwachung, Filtern, Ventiltechnik und Schläuchen.
Ein Technologievergleich hat belegt, welche Zeit- und Kostenvorteile mit dem VEE-System erzielt werden können. Der konventionell konstruierte Vakuumgreifer stellt nach Erkenntnissen von Schmalz ein Nadelöhr bei der Entwicklung, Montage und Inbetriebnahme von kundenspezifischen Verpackungsmaschinen dar. Die Gründe liegen im komplexen und aufwendigen Prozess vom Entwurf bis zur Inbetriebnahme. Der Maschinenbauer/Systemintegrator erstellt das Angebot an den späteren Maschinennutzer auf Basis eines Lastenhefts bzw. einer Prozessbeschreibung. In vielen Fällen liegen zu diesem Zeitpunkt noch keine Produktmuster vor oder die Produktmuster sind exemplarisch und entsprechen noch nicht dem finalen Stand. Nach der Auftragserteilung wird das Maschinenkonzept detailliert entworfen und die Konstruktion der Maschine angestoßen. Die Konstruktion des Vakuumgreifers erfolgt in der Regel erst nach vollständiger Detaillierung des Maschinenkonzepts.
Die Konstruktion und Fertigung des Greifers durch den Maschinenbauer erzeugt nach Berechnungen von Schmalz einen Konstruktionsaufwand und eine Fertigungsdauer inkl. Wartezeiten von ein bis vier Wochen, abhängig auch von der Fertigungstiefe des Maschinenbauers. Werden Greiferkomponenten vorrangig zugekauft, kann sich die Wartezeit auf das neue Produkt weiter verlängern. Bei komplexen Werkstücken wie wenig befüllten Beuteln muss der Vakuumgreifer noch optimiert werden, um ein prozesssicheres Ergebnis zu erreichen.
Ausgangspunkt der Überlegungen bei Schmalz war, dass je nach Produktlebenszyklus bzw. Produktwechsel (Größe, Form, Gewicht, Haptik) auf der Maschine immer wieder andere Greifer integriert werden müssen. Insbesondere im Konsumgüterbereich ergeben sich diese Produktwechsel häufig. Daher werden neue Greifer für eine Maschine entsprechend oft benötigt. Der Extremfall in der Praxis sind Beutelverpackungen befüllt mit Schüttgut und Flüssigkeiten, beispielsweise Nachfüllbeutel für Flüssigseife. Hier werden oft innerhalb eines Arbeitstages verschiedene Beutelformate verpackt, weil auf einer Maschine häufig verschiedene Produktlinien gefahren werden. In einzelnen Fällen werden Maschinen derart flexibel aufgebaut, dass bis zu zehn Varianten eines Beutels verarbeitet werden und des- wegen zehn verschiedene Formatsätze notwendig sind.




