Norbert Poch
Bei der Herstellung von Mischprodukten sind korrekte Rezepturen eine wichtige Voraussetzung für den Markterfolg. Nur die exakte Reproduzierbarkeit der Produkte erhält langfristig das Image des Herstellers und hilft damit, den gewünschten Marktanteil zu erreichen sowie die Produktqualität zu sichern. Ein weiterer Nutzen der genauen Reproduzierbarkeit ist die Reduzierung von Produktionskosten. Besonders bei der Dosierung von hochwertigen Aromen kann eine Ungenauig-keit im Prozess neben der Geschmacksbeeinträchtigung auch erhöhte Kosten zur Folge haben. Eine einfach zu bedienende automatische Rezeptursteuerung ist daher eine wichtige Voraussetzung für die Produktion. Bei der Entwicklung des Work Executions 4.0 für die Automationsplattform Tetra PlantMaster stand daher die Einfachheit und die nahtlose Integration in die Tetra-Pak-Automationsplattform im Vordergrund. Die Einfachheit beginnt beim Anlegen einer neuen Rezeptur. Work Execution ist vollständig mit einer web-basierenden Oberfläche umgesetzt. Das Anlegen von neuen Produkten ist damit intuitiv erlernbar. Im zweiten Schritt wählt der Anwender die Produktionsteile bzw. die Komponenten aus, die für die Herstellung benötigt werden, z. B. Mischtanks oder Dosierstationen. In einer grafischen Übersicht werden dabei die verschiedenen Verfahrensschritte in der richtigen Reihenfolge definiert. Für jeden einzelnen Verfahrensschritt werden dann die korrekten Parameter und Zutaten festgelegt. Als letzter Schritt, bevor die neue Rezeptur an das Produktionsplanungssystem übergeben wird, ist die Validierung der Eingaben erforderlich.
Um die neuen Produkte zu produzieren, kommt das Produktionsplanungssystem in Tetra PlantMaster, das Work Dispatching 4.0, zum Einsatz. Work Dispatching kann die Verbindung zu überlagerten ERP-Systemen wie SAP oder Baan herstellen oder autark betrieben werden. Im Work Dispatching werden alle Produktionsaufträge angelegt und die Mengen definiert. Für jeden Produktionsauftrag wird der früheste und der späteste Start und Endzeitpunkt festgelegt. Damit ist die größtmögliche Flexibilität in der Produktion gegeben. Ein Übersichtsbild liefert alle benötigten Informationen über die noch abzuarbeitenden Produktionen. Der Status jedes Produktionsauftrags wird dargestellt.
Zum Schluss werden die Produktionsaufträge in einzelne Chargen zerlegt, die dann aus dem Bedien- und Beobachtungsprogramm gestartet werden können. Als Bedien- und Beobachtungsprogramme dienen handelsübliche Plattformen, die im Markt verbreitet sind wie das Visualisierungsprogramm WinCC der Firma Siemens oder das Programm Intouch der Firma Wonderware. Die Einsatzbereiche von Work Execution und Work Dispatching erstrecken sich auf alle Applikationen, bei denen die Prozesse rezepturgesteuert gefahren werden, z. B. Suppen und Soßen, Milchmischgetränke oder auch Sojagetränke. Mittlerweile sind weltweit mehrere Applikationen erfolgreich in Betrieb genommen worden.




