Verpackungsprozesse werden heute in unterschiedlichen Automatisierungsgraden durchgeführt. In der industriellen Produktion von Konsumgütern ist eine Teil- bzw. Vollautomatisierung üblich, bei der ein Großteil der Prozessschritte von Maschinen und Automatisierungskomponenten übernommen und übergreifend gesteuert wird.
Doch trotz der ausgereiften technischen Möglichkeiten gibt es beim Gesamtprozess Verpackung eine Reihe von einfachen oder gar monotonen Tätigkeiten, die in vielen Betrieben immer noch manuell getätigt werden. Dazu gehören zum Beispiel das Zuführen und Einlegen der Produkte in die Packung, die Vereinzelung von Packungen oder ihre spätere Umverpackung in Kartons.
Durch eine Automatisierung dieser Teilschritte kann die Effizienz von Verpackungsprozessen erheblich gesteigert werden. Maschinenmodule für die Zuführung, Beladung, Vereinzelung und Kartonierung handhaben die Produkte in einer Geschwindigkeit und Präzision, wie sie von Hand nicht zu erreichen ist – und sie sind, nicht zuletzt dank ihrer gewachsenen Systemintelligenz, heute auch viel flexibler und länger ohne Unterbrechungen einsetzbar als die Mitarbeiter in einem Betrieb.
Durch die Automatisierung von vor- und nachgelagerten Prozessschritten und von Prozessschritten in der Verpackungslinie selbst kann die Leistung der gesamten Verpackungslösung erhöht werden. Automatisierungskomponenten machen die Abläufe und Teilprozesse exakt wiederholbar – und damit deutlich sicherer. Auf diese Weise können Betriebe einen gleichmäßigen Standard bei Verpackung und Kommissionierung sicherstellen.
In integrierten Verpackungslinien können Rezeptdaten direkt in der Liniensteuerung abgespeichert werden und müssen nicht mehr von Hand eingegeben werden. Dadurch sind sie jederzeit abrufbar. Vor allem bei zunehmender Variantenvielfalt und immer kleiner werdenden Chargen resultiert daraus ein erheblicher Zeitvorteil. Zudem sind die Daten zu jedem Zeitpunkt konsistent. Bei der automatisierten Übergabe von einem Prozessschritt zum nächsten passieren weniger Fehler. Insgesamt reduziert sich der administrative Aufwand.
Darüber hinaus lassen sich weitgehend automatisierte Prozesse leichter dokumentieren und im Sinne der für die jeweilige Branche geltenden Richtlinien auch jederzeit reproduzieren bzw. nachvollziehen. Damit sichert die Automation auch die Rückverfolgbarkeit der Packungen.
Die Automatisierung von Verpackungsprozessen bringt Lebensmittelbetrieben zudem erhebliche Vorteile hinsichtlich der Lebensmittelhygiene. Durch die Automation sinkt der Aufwand für die Personalhygiene wie Rainer Manz von Multivac ausführt: „Menschen sind in jeder Produktionsumgebung potenzielle Keimträger. Nicht umsonst gibt es im Lebensmittelbereich weitreichende Vorschriften was Schutzbekleidung und Handhygiene angeht. Durch die Automatisierung von bislang manuell durchgeführten Tätigkeiten wie z. B. das Beladen der Packungskavitäten mit dem Lebensmittel können Betriebe sehr viel Einfluss auf die Lebensmittelhygiene nehmen.“ Das verbessert die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel.




