Der feinwürzige Duft frittierter Kartoffeln liegt in der Luft: Die über zwei Stockwerke verteilte, rund 200 m lange Produktionsanlage arbeitet auf Hochtouren. Die Zweifel Pomy-Chips AG mit Sitz in Spreitenbach bei Zürich macht in einer Stunde aus 5 t Kartoffeln Kartoffelchips in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Mit knapp 400 Mitarbeitern stellt das Unternehmen neben Chips noch zahlreiche weitere Snacks und Knabberprodukte her. Seit jeher legt man bei Zweifel größten Wert auf die Produktionsprozesse, um eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte zu gewährleisten.
Zurzeit modernisiert Zweifel neun Verpackungslinien. Traditionell verfügt das Unternehmen über ein ausgeprägtes Know-how im Betriebsmittelbau. Man übernimmt daher die Planung und Erweiterung von Produktionsanlagen sowie die Anlagenprogrammierung bevorzugt selbst. Die erforderlichen Verpackungs- und Förderanlagen schrieb Zweifel aus, die Anlagensteuerung war vorgegeben.
Die Verkettung der einzelnen Anlageteile führte dazu, dass die Schnittstellen und Verknüpfungen der Not-Halt-Funktionen beurteilt und in eine Gesamtkonformität überführt werden mussten. Damit rückt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ins Blickfeld: Demnach müssen Maschinen so gebaut sein, dass Mensch und Umwelt hinreichend vor Schäden geschützt sind. Im Rahmen bilateraler Verträge hat sich auch die Schweiz zur Einhaltung dieser Richtlinie verpflichtet. Maschinenhersteller und jene, die sie in Verkehr bringen, müssen mit einer Konformitätserklärung verbindlich bestätigen, dass ihre Anlagen den Mindestanforderungen entsprechen. In Anbetracht einer Vielzahl zu beachtender Normen wird einiges Fachwissen benötigt, um hier buchstäblich auf der sicheren Seite zu sein.
„Für uns war klar, dass wir hier Unterstützung von kompetenter Seite brauchen. Aufgrund unserer langjährigen Partnerschaft mit Pilz kennen wir deren Expertise in Sachen Risikobeurteilung, Entwicklung zuverlässiger Sicherheitskonzepte bis hin zur CE-Kennzeichnung“, sagt Gerhard Meier, Teamleiter Technischer Dienst bei Zweifel. In enger Kooperation mit dem Unternehmen erstellte Pilz ein sicherheitsgerichtetes Steuerungskonzept, das die Erarbeitung mechanischer, elektrischer sowie weiterer ingenieurstechnischer Lösungen für die Maschinensicherheit zum Gegenstand hat. Wesentliche Bestandteile des Konzepts sind die Anwendung von Normen und Richtlinien nach dem neuesten Stand der Technik, die Definition der Safety Integrity Levels (SIL) oder Performance Levels (PL) sowie die Berücksichtigung der Maschinenverfügbarkeit und Produktivität unter Einbezug von Sicherheitsaspekten. Zweifel suchte eine leistungsfähige Sicherheitssteuerung, die parallel und getrennt zur Anlagensteuerung den Austausch sicherheitstechnisch relevanter Signale verknüpft und überwacht. Das Gerät sollte, so die Forderung im Kern, ausgeprägt netzwerkfähig, zuverlässig und einfach in der Programmierung sowie im täglichen Betrieb sein.




