Eine Fleischproduktion mit geringem ökologischem Fußabdruck: An diesem Ziel arbeitet das Mittelstand-Digital Zentrum Hannover in einem Digitalisierungsprojekt mit dem Start-up Lower Impact GmbH und dem IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH. Gemeinsam haben die Partner einen Demonstrator für eine automatische Sortieranlage für Mehlwürmer mit KI-basierter Bildauswertungssoftware entwickelt.
Bietet die Insektenzucht eine ressourcenschonende Lösung für den steigenden Fleischkonsum weltweit? Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wuchs die Fleischproduktion von 2000 bis 2020 global um 45 %. Die konventionelle Tierzucht setzt große Mengen an Treibhausgasen frei und benötigt sehr viele Ressourcen – insbesondere Anbauflächen für Futtermittel sowie Wasser, Dünger und Pestizide.
Insekten als gesunde und nachhaltige Proteinquelle
Deutlich ressourcenschonender ist die Aufzucht von Insekten wie beispielsweise Mehlwürmern, den Larven des Mehlkäfers: Sie benötigen weniger Platz, weniger Wasser und weniger Futter. Mehlwürmer können sogar mit organischen Abfällen gefüttert werden, die ansonsten entsorgt werden müssten – so lässt sich biologischer Abfall wieder in die Wertschöpfungskette zurückführen.
Wegen ihres hohen Gehalts an Proteinen, gesunden ungesättigten Fettsäuren sowie Nährstoffen wie Zink und Eisen können Mehlwürmer als hochwertiges Nahrungsmittel dienen. Es liegt also nahe, einen Teil der konventionellen Fleischproduktion durch Insekten zu ersetzen – sobald sich diese in großer Zahl effizient und wirtschaftlich züchten lassen. Bisher gibt es dafür keine geeigneten Produktionsanlagen.
Ändern möchte dies ein Start-up aus Hannover: Die Lower Impact GmbH will die Produktion von Mehlwürmern automatisieren und die Mehlkäferlarven als nachhaltige Proteinquelle etablieren.
Das Mittelstand-Digital Zentrum Hannover sowie das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH als Partner des Zentrums unterstützen Lower Impact dabei: Die Digitalisierungsexperten haben gemeinsam mit dem Start-up eine automatische Mehlwurm-Sortieranlage entwickelt und einen Demonstrator gebaut.
Gelber Mehlwurm als Lebensmittel zugelassen
Automatische Sortieranlage mit KI-Bildauswertung
Die Sortieranlage für Mehlwürmer besteht aus einem Förderband, einer Kamera, KI-basierter Bildauswertungssoftware und 16 Druckluftventilen. Die Mehlwürmer werden auf dem Förderband durch die Anlage transportiert und von der Kamera erfasst. Eine KI-basierte Bildauswertung klassifiziert sie in Echtzeit nach ihrer Größe und bestimmt die Positionen der größten Mehlwürmer auf dem Förderband. Diese Daten werden an die Ventilsteuerung weitergegeben, die zum richtigen Zeitpunkt eines der 16 Ventile öffnet und per Druckluft einen Mehlwurm vom Band pustet.




