Die belgische Käserei Fabrelac ist auf die Herstellung hochwertiger Mozzarella-, Rahm- und Molkeprodukte spezialisiert und verarbeitet ca. 120 bis 140 Mio. l Rohmilch pro Jahr. In der Vergangenheit ließ Fabrelac den Eiweiß- und Fettgehalt der Milch im Labor analysieren. Dies setzte nicht nur eine zeitinten- sive manuelle Probeentnahme voraus, es führte auch dazu, dass die Messwerte immer nur zeitversetzt für die Prozesssteuerung zur Verfügung standen. Ein kontinuierliches Justieren und Optimieren der Betriebsparameter war nicht möglich. Um die Produktionsprozesse langfristig zu verbessern, beschloss Fabrelac Maßnahmen zur Vollautomatisierung der Molkereianlage zu treffen. Damit sollten folgende Ziele erreicht werden:
- Steigerung der Ausbeute in der Käseproduktion: Volle Ausschöpfung der Prozessinformationen zur Maximierung der Mozzarellaproduktion
- Einheitliche Käsequalität: Herstellung von Mozzarella in Übereinstimmung mit den Produktspezifikationen
- Optimierung der Nebenerzeugnisse: Überwachung der Qualität von überschüssiger Molke und Rahm zum Verkauf
- Kosteneinsparung: Vermeiden von teuren und zeitaufwendigen Probeentnahmen, um Kosten und Arbeitsaufwand zu sparen
Die Implementierung dieses Grades an Automatisierung erfordert ein neues Konzept für die Milchüberwachung, da die Qualität des Produkts in jeder Produktionsphase verfolgt werden muss. Fabrelac war daher auf der Suche nach einer geeigneten Lösung, die kontinuierlich Informationen über die Milchqualität liefert. Da das Unternehmen bereits Messlösungen von Krohne verwendet, entschied es sich, das spektroskopische Analysesystem Optiquad-M 4050 W sechs Monate lang in der Anlage zu testen. Nach der erfolgreichen Testzeit ermittelte Fabrelac in Zusammenarbeit mit Krohne insgesamt elf Messstellen, die mit Optiquad-Geräten ausgestattet werden sollten.
Da Fett dazu tendiert, an der Oberfläche zu schwimmen, lässt sich der durchschnittliche Fettgehalt im Rohmilchstrom nur schwer bestimmen. Um den Fett- und Eiweißgehalt jeder Tankwagencharge zu überwachen, wurden zwei Optiquad-M (Nr. 1 + 2) in den zwei Rohmilchleitungen zwischen den Annahmestellen und den beiden Puffertanks installiert. Indem jeweils der Messwert eines Optiquad-M mit dem Messwert des dahinter installierten magnetisch-induktiven Messgeräts in Beziehung gesetzt wird, ist Fabrelac nun in der Lage, den durchschnittlichen Fett- und Eiweißgehalt der Rohmilchströme zu berechnen.
Ein weiterer Optiquad-M (Nr. 3) wurde in der Leitung hinter den Puffertanks installiert. An dieser Messstelle erfolgt die erneute Bestimmung des Fett- und Eiweißgehalts, bevor die Milch erhitzt wird und die Vorbereitung der Käsemilch beginnt. Die Messwerte werden anschließend verwendet, um den Fettgehalt während der Käsemilchvorbereitung zu standardisieren.




