Dr.-Ing. Holger Grzonka
PMB-UVA, heute ein Teil der VDL-Group, baut seit 1946 Verpackungsmaschinen, zunächst speziell zum Umwickeln von Zigarren. Seit 1980 gehören universelle Verpackungsmaschinen zum Portfolio. Eine Bereinigung des Maschinenspektrums führte 1998 zur Entwicklung der Maschinenreihe Newton. Die Schlauchbeutelmaschinen des Eindhovener Unternehmens beruhen seither auf einem konsequenten Modulkonzept. Maschinen der Newton-Reihe können auch im Nachhinein auf alle üblichen Beutelformate und Foliensiegelverfahren umgerüstet werden, auch die Erweiterung um sämtliche typischen Beuteloptionen wie Kantensiegelung, Euro-Loch, Zip-Verschluss oder das von PMB-UVA favorisierte Soft-Vakuum-Verfahren ist jederzeit möglich. In der Newton-Reihe sind manuelle Rüst- und Einstellvorgänge auf ein Minimum reduziert. Präzise ablesbare Skalen erlauben dem Bediener, die wenigen bei Folienformatwechseln erforderlichen Einstellungen nach numerischen und damit einfach nachvollziehbaren Anweisungen vorzunehmen. Der aktuelle Rekord beim Wechsel des Folienformates an einer Newton-Maschine liegt bei 76 s.
Das für alle Newton-Maschinen gleiche Grundgerüst ist äußerst solide. Bei der Newton Como ist der maximale Schlag – Grenzwert für die vertikale Bewegung des Quersieglers – mit 380 mm so groß ausgelegt, so dass auch Folien mit sehr langen Siegelzeiten von über 600 ms bei gutem Durchsatz kontinuierlich verarbeitet werden können. Bei sehr kleinen Verpackungen oder Folien mit kurzer Siegelzeit führt die Maschine nur kleine, sparsame und schonende Bewegungen aus. Die Adaption der Bewegungsführung an die Verpackungsaufgabe erfolgt automatisch, ohne dass ein Bedienereingriff nötig wäre.
Der Erfolg des niederländischen Unternehmens beruht auf konsequenter Kundenorientierung und hoher Qualität. Die Verpackungsmaschinen haben eine typische Nutzungsdauer von 10 bis 20 Jahren. Zukunftssicherheit durch Flexibilität, dieses Prinzip ist bei der Mechanik der Newton-Reihe vorbildlich verwirklicht, aber natürlich auch bei der Automatisierung gefordert. Von jeher legt PMB-UVA Wert darauf, dass Anwender individuell benötigte Funktionen auch selbst leicht integrieren können. Dies ist einer der Gründe, warum die offenen Standardsteuerungen von Siemens eingesetzt werden. Die Wahl fiel auf das Motion-Control-System Simotion P. Damit wird die Forderung nach einem Industrie-PC als Plattform erfüllt, die sich aus dem Endkundenwunsch nach noch größerer Flexibilität bei der Integration von Zusatzfunktionen ableitet. Die Schnittstellen der PC-Hardware sowie des PC-Betriebssystems machen die Integration der Verpackungsmaschine in MES-, Produktionsplanungs- oder individuelle Office-Systeme sehr einfach. Durch das Betriebssystem MS-Windows konnte PMB-UVA zudem ihre auf einer MS-Excel-Applikation beruhende Software zur Simulation und Optimierung der Maschinenbewegungen direkt auf der Maschine nutzen. Anhand von nur vier elementaren Bedienereingaben – Beutelhöhe, Beutelbreite, Siegelzeit und Taktzahl – werden nun für jede einzelne Verpackungsaufgabe optimierte Kurvenscheiben berechnet. Ohne dass der Bediener einen einzigen Maschinenparameter anpassen muss, werden die Maschinen für jedes Los individuell getuned. Zwei Erlanger Simotion-Spezialisten standen dem Betreiber-Team beim Engineering zur Seite. Sie setzten bei der Automatisierung Funktionen aus dem Simotion Easy Set ein, einem Systembaukasten zur Standardautomatisierung für Schlauchbeutelmaschinen.




