200 Mio. kg Kartoffeln verarbeitet Aviko Rixona jedes Jahr zu Kartoffelgranulat und -flocken. Jetzt hat das Unternehmen seine Produktionsanlagen modernisiert und in diesem Zug auch auf eine verbesserte Mahltechnologie umgesattelt. Entwickelt und umgesetzt hat die Mahllinie der Technologieexperte Dinnissen.
Kartoffeln finden ihren Weg in vielen Formen und Gerichten zu den Konsumenten: von Pommes, Chips und anderen Snacks bis hin zu schnell gemachten Pürees oder verzehrfertigen Aufläufen. In Venray, Niederlande, stellt Aviko Rixona Halbfabrikate für eine große Anzahl dieser Produkte her: Kartoffelgranulate und -flocken. Letztere bestehen aus sehr hellen Kartoffelstücken mit einem Durchmesser von 0,5 bis 5 mm und einer Restfeuchte von etwa 7,5 %. Anwender in der Lebensmittelindustrie schätzen dieses Basisprodukt, da es sich bei relativ niedrigen Temperaturen verarbeiten lässt und leichter Wasser aufnimmt als das feine Kartoffelgranulat. Die Kartoffelflocken werden nach Kundenspezifikation produziert und mit Additiven und Kräutermischungen angereichert.
Der Produktionsprozess
„Bis aus einer Kartoffel Flocken werden, sind einige Prozessschritte notwendig“, weiß Irma Timmermans. Sie ist Prozessingenieurin bei Aviko Rixona. Nachdem die noch ungeschälten Rohkartoffeln angeliefert wurden, werden sie mithilfe eines langen Förderbands zunächst in die Fabrik transportiert. Hier werden sie als Erstes gewaschen. Anschließend werden die Kartoffeln in einem großen Kessel einige Sekunden unter Dampfdruck gekocht und die Schale danach in einer Zentrifuge abgerieben.
Im nächsten Schritt schneidet eine Maschine die gelbe Knolle in 15 mm dicke Scheiben. Letztere werden daraufhin einem Blanchierprozess unterzogen, also in einem Wasserbad bei 70 bis 80 °C erwärmt und anschließend auf 25 °C heruntergekühlt. Auf diese Weise verfestigen sich die Speisestärkezellen. Nach dem Kochen und Pürieren der Scheiben folgt das Walztrocknen. Dafür stehen in der Produktionshalle zwei große Walztrockner zur Verfügung. Einer davon ist mit 170 °C heißem Dampf umgeben. Die Rollen der Walzen geben das Püree kontinuierlich und in Lagen ab. Den laufenden Prozess verfolgen Bediener auf mehreren Bildschirmen in einer geschlossenen Kabine mitten in der Halle.
Kompakte Mahllinie
Nach dem Walztrocknen werden die Kartoffeln mithilfe eines pneumatischen Fördersystems in die nächste Halle gefördert: die Mahlhalle. Hier steht eine zehn Meter hohe Anlage, die über drei Etagen verfügt. Sie besteht aus einer Reihe von Abscheidern, Zyklonen und Schüttelrutschen.
„Bisher haben wir das Püree offen auf Bändern zur nächsten Verarbeitungsstation transportiert. Mithilfe des neuen pneumatischen Fördersystems ist dieser Schritt nun geschlossen. Die Prozessrichtung erfolgt platzsparend von oben nach unten”, erläutert Timmermans.




