Nicht wenige Kreiselpumpen ereilt auf diese Weise der schnelle Tod: Ist die Hydraulik vor dem Start des Antriebsmotors nicht mit Fördermedium geflutet, läuft die Pumpe trocken und bereits nach kurzer Zeit verabschieden sich Lager und Dichtungen, versagen hydraulische Entlastungseinrichtungen, frisst Material.
Der Hintergrund dazu: Kreiselpumpen können aufgrund ihrer Bauart bei der Inbetriebnahme die Saugleitung nicht entlüften, also Flüssigkeit nicht selbst ansaugen. Man muss entweder die Aufstellung so vornehmen, dass das Medium aus einem höher gelegenen Behälter zuläuft oder vor Inbetriebnahme Pumpe und Saugleitung mit Flüssigkeit füllen.
Auch wenn es nicht zum Worst-Case-Fall des Trockenlaufs kommt, ist ein Großteil der Pumpenausfälle auf zu geringe Zulaufhöhen zurückzuführen. Auch ohne messtechnische Überwachung gibt es klare akustische Signale für hydraulische Mangelzustände einer Kreiselpumpe: Wenn es anfängt zu prasseln, als rieselten kleine Kieselsteine auf ein Blechdach, ist beim Pumpenbetreiber höchste Aufmerksamkeit gefordert: Denn dieses Geräusch bedeutet Kavitation. Was passiert? Fällt der Druck im Saugkanal unter den Dampfdruck der Flüssigkeit, bilden sich kleine Dampfblasen. Diese Blasen platzen (implodieren), sobald der Druck wieder ansteigt, was Schockwellen verursacht und durch die freigesetzte Energie beispielsweise Laufräder beschädigt. Das Ausmaß der Beschädigung am Laufrad hängt von den Materialeigenschaften ab: Edelstahl-Walzmaterial ist beständiger gegen Kavitation als z. B. Gusswerkstoffe. Zudem vermindert Kavitation den Förderstrom und die Förderhöhe, was die Pumpenleistung herabsetzt.
Eng verknüpft mit der Kavitation ist der NPSH-Wert (Net Positive Suction Head = Haltedruckhöhe) einer Pumpe. Könnte eine Pumpe absolutes Vakuum erzeugen, dann könnte sie am Meeresspiegel eine Wassersäule von 10,33 m anheben. Der NPSH-Wert gibt an, um wieviel die Pumpe unter diesem theoretischen Wert bleibt. Zwei Werte sind von besonderer Bedeutung: Der NPSHerforderlich gibt die von der Pumpe benötigte Druckhöhe an, der NPSHverfügbar bezeichnet die verfügbare Druckhöhe der Anlage.
Der NPSHerforderlich macht eine eindeutige Aussage über die Saugfähigkeit einer Pumpe in einem bestimmten Betriebspunkt: Je kleiner NPSHerforderlich ist, desto größer ist die Saugfähigkeit.
Ein Inducer verhindert die beschriebenen Mangelzustände: Auf der gleichen Pumpenwelle, direkt vor dem eigentlichen Laufrad montiert, erhöht der Inducer (zumeist in Schneckenform ausgeführt) den Vorlaufdruck am Laufradeintritt und vermindert so den NPSHerforderlich. Mit solch einem Vorsatzläufer und einer Rückführleitung vom Druckstutzen in den Ansaugbereich (fortentwickeltes Wasserringprinzip) ist die GHP-Pumpenbaureihe von Grundfos ausgerüstet: Eine einstufige, selbstansaugende Pumpe, die auf der Technik der normalsau-genden Pumpenbaureihe F&B-Hygia basiert. Das Ergebnis dieser Hybridtechnik ist eine Pumpe mit hohem Wirkungsgrad, geringer Geräuschemission, betriebssicherer Technik und einer langen Lebensdauer.




