Als Stärkepflanzen liefern Kartoffeln einen wichtigen Rohstoff für die Lebensmittelindustrie. Kartoffelfasern und -proteine finden derzeit hauptsächlich als Futtermittel Verwendung, könnten künftig aber auch für die menschliche Nahrung spannender werden. Die schwedische Genossenschaft Lyckeby Starch nutzt bei deren Herstellung eine Bandpresse und einen Dekanter von Flottweg.
Rund 800 Landwirte bringen ihre Kartoffelernte zum Unternehmen Lyckeby Starch im südschwedischen Mjällby, das daraus Rohstoffe für die weltweite Lebensmittel- und Papierindustrie erzeugt. Allein 75 000 t Stärke kommen in der Genossenschaft jedes Jahr zusammen – plus Fasern und Proteine.
Im Allgemeinen enthalten Kartoffeln etwa 75 % Wasser, 21 % Stärke und 4 % andere Substanzen, wobei die Zusammensetzung je nach Sorte variiert. Verglichen mit anderen Stärkelieferanten wie Weizen und Mais sind die Stärkekörner der Kartoffel größer. Auch ist ihre Verkleisterungstemperatur geringer, das heißt, mischt man Kartoffelstärke mit Wasser, dickt die Masse bereits bei 50 °C ein – Mais und andere Stärkepflanzen benötigen dafür 70 °C. Daher eignet sich Kartoffelstärke besonders für die Lebensmittel- und Papierindustrie sowie für den Chemiebereich, etwa für Klebstoffe und Farben.
Das Verfahren für die Herstellung von Kartoffelstärke ist aufwendig. Um eine bessere Ressourcenverwertung zu erreichen und Kosten zu sparen, setzt Lyckeby Starch auf die Trenntechnik von Flottweg. Seit 2015 hat das Unternehmen eine Bandpresse und einen Dekanter im Einsatz.
Bandpresse entwässert Pülpe
Zunächst werden die Kartoffeln bei Lyckeby gründlich gewaschen und danach in kleinste Fasern zerrieben. In einem separaten Prozessschritt wird anschließend die Stärke aus den Fasern herausgetrennt.
Zurück bleibt die sogenannte Kartoffelpülpe. Hier kommen die Lösungen von Flottweg zum Einsatz, denn die Masse muss entwässert werden, damit sich die Fasern verwenden lassen. Dafür setzte Lyckeby Starch früher bis zu 20 Spindelpressen ein, die jedoch einen sehr hohen Wartungsaufwand erforderten. „Wir mussten dafür eigene Mitarbeiter abstellen“, sagt Thomas Arnesson, Technical Manager bei Lyckeby Starch. „Mit der Bandpresse von Flottweg konnten wir das Verfahren stark vereinfachen. Wir können die Maschine eine Woche lang ohne zusätzliche Wartung und Personalaufwand ununterbrochen einsetzen. Zwischen den Produktionsabläufen kann sie dann problemlos gereinigt werden.“
Ein weiterer Vorteil der Bandpresse gegenüber anderen Verfahren ist, dass sie die Pülpe stärker entwässern kann. Der Trockenstoffgehalt (TS-Gehalt) des Feststoffs ist entscheidend für die anfallenden Trocknungskosten. Die Bandpresse von Flottweg entwässert die Kartoffelpülpe in einem kontinuierlichen Prozess auf den höchstmöglichen TS-Gehalt. Das abgetrennte Wasser lässt sich dem Prozess wieder zuführen. Dadurch wird das Verfahren kostengünstiger.




