Walter Sonntag
Industrielle Kunden gehen heute teilweise so weit, dass sie die gesamte Herstellung bis hin zum fertig verpackten Produkt auslagern. Für ein Outsourcing von Produktionsprozessen können unter anderem Reduzierung und Planbarkeit der Kosten, Erhöhung der Servicequalität, Optimierung der Geschäftstätigkeit sowie Verbesserung des Prozessmanagements sprechen. Das Unternehmen SternMaid ist Spezialist für Lohnmischproduktion pulvriger Nahrungsmittel, Lebensmittelzusatzstoffe und Nahrungsergänzungsmittel und hat seine Kapazitäten am Standort Wittenburg deutlich erweitert. Zwei neue Hallen beherbergen moderne Abfüll- und Lagertechnik, von der die Kunden mehrfach profitieren. Drei vollautomatische, voneinander unabhängige Mischlinien, gesteuert durch ein zentrales Prozessleit- und Visualisierungssystem, erlauben es SternMaid, verschiedene Aufträge parallel zu bearbeiten und trotzdem Crosskontamination zu vermeiden. Auf 12 000 m² Produktions- und Lagerfläche können 30 000 t Pulverprodukte hergestellt werden. Neben den drei vollautomatischen Mischlinien stehen zudem zwei Pilotanlagen zur Verfügung.
Der Lohnhersteller beauftragte Azo über mehrere Jahre, die Mischlinien vollautomatisch mit entsprechenden Zuführsystemen auszustatten. Man war sich sehr schnell bewusst, dass der Grundstein für eine gute Mischung bereits bei der Zuführung gelegt wird. Eine weitere große Herausforderung für den Lohnmischbetrieb war, dass er möglichst flexibel auf alle Anlieferungsgebindeformen wie Silofahrzeug, Big Bag, Container oder Sack eingehen und die Produkte wiederum flexibel in Dosen, Beutel, Kartons, Säcke und Big Bags abfüllen kann. Bei der ersten Ausbaustufe 1999 wurden zwei Mischlinien mit einer Stundenleistung von jeweils 1000 kg aufgebaut. Die Produktpalette reicht von Getränkepulver wie kakao- und kaffeehaltigem Pulver über Lebensmittelzusatzstoffe wie Backvormischungen, Backpulver, Enzyme, Genusssäuren, Hydrokolloide, Mineralstoffe, Mehlverbesserungsmittel, Stabilisatoren, Milcherzeugnisse und Vitaminvormischungen bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln wie Diätdrinks, Eiweißpräparate, Milchzucker, Molkegetränke, Lecithin, Sportlernahrung und Vitamine.
Proteinkonzentrate können bei empfindlichen Personen Allergien hervorrufen. Daher wurde ein spezieller Raum komplett gekapselt, von der übrigen Produktion getrennt und mit Schutzmaßnahmen für das Bedienpersonal ausgestattet. In diesem geschützten Bereich werden Proteinkonzentrate aus Fässern abgesaugt und in Azo-Dositainer bzw. Zwischenbehälter umgefüllt. Es können aber auch Proteinkonzentrate aus Trommeln staubfrei in eine Einfülltrichterstation eingegeben werden und das Bedienpersonal kann barcodeüberwacht Kleinstmengen auf einer Plattformwaage zusammenstellen und einfüllen.




