Herr Schmidt, Beneo feiert zehnjähriges Bestehen. Das ist ein guter Anlass, Bilanz zu ziehen. Sind Sie mit der Entwicklung von Beneo zufrieden?
Thomas Schmidt: Auf alle Fälle. Wir blicken auf zehn spannende Jahre mit vielen Erfolgen, aber auch zahlreichen Herausforderungen zurück. Zunächst galt es für drei erfolgreiche und etablierte Unternehmen, zu einem großen Ganzen zusammenzuwachsen, über Ländergrenzen und Kulturen hinweg. Das brauchte Zeit und Fingerspitzengefühl. Wir haben die Synergien unserer Unternehmen und Produkte genutzt und bei vielen Konzepten weit im Voraus gedacht – dann sind wir gemeinsam in den Markt gegangen. Das hat sich absolut gelohnt.
Messen wie die kommende Fi Europe sind auch immer ein Gradmesser für die großen Trends. Welche Entwicklungen in der Branche sind für Ihr Unternehmen richtungsweisend?
Schmidt: Wir freuen uns, dass genau die beiden Themen, die wir seit vielen Jahren intensiv beackern, jetzt gute Früchte tragen: Das erste ist der erfolgreiche Umgang mit dem stark in der Kritik stehenden Zuckerthema. Hier sind wir ganz vorne mit dabei. Unser auf Rübenbasis hergestellter Zuckeraustauschstoff Isomalt ist Rohstoff der Wahl für die meisten zuckerfreien und zahnfreundlichen Bonbons weltweit und mit unserer Palatinose bieten wir den einzigen Zucker an, der langsam verstoffwechselt wird und besser ausbalancierte, niedrig glykämische Energie spendet. Der Stellenwert dieser Entwicklung erreicht heute neue Dimensionen: Der Druck auf die Hersteller nimmt kontinuierlich zu und in den vergangenen Monaten haben viele Unternehmen konkrete Ziele in Sachen Zuckerreduktion genannt. Zum ersten Mal wird ernsthaft über sämtliche Anwendungen hinweg geprüft, wo man Zucker austauschen oder einsparen kann. Das ist eine Chance, nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kunden.
Und das zweite Thema?
Schmidt: Das ist die Darmgesundheit. Auch hier können wir mit unseren prebiotischen Ballaststoffen Inulin und Oligofruktose auf ein beeindruckend breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten, Erfahrung und vor allem an wissenschaftlichen Studien zurückgreifen. Das frühere Tabuthema ist endgültig in das Bewusstsein der Verbraucher gerückt. Ein gutes Bauchgefühl ist mittlerweile für viele Menschen mehr als eine Floskel, es ist tatsächlich eine Grundlage für gesundes Leben. Und für die Hersteller rangiert die Ballaststoffanreicherung ganz weit oben, gerade wenn es um die Entwicklung neuer Produkte oder um die Optimierung bestehender Rezepturen geht.




