Fowler ist eine stark landwirtschaftlich geprägte Gemeinde mit üppigen Weinbaugebieten und ausgedehnten Agrarflächen. Hier wird eine große Menge an Rosinen produziert. Die National Raisin Company ist einer der größten unabhängigen Rosinenerzeuger der Branche. In seiner modernen 24-Hektar-Einrichtung im Herzen des fruchtbaren San Joaquin Valleys werden mehr als 45 Mio. Kilogramm Rosinen pro Jahr verarbeitet. Die Brüder Ernest, Krikor und Kenneth Bedrosian haben National Raisin im Jahr 1969 mit dem Ziel gegründet, den höchsten Qualitätsstandard innerhalb der Rosinenbranche zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Die hier erzeugten Rosinen stehen in den Geschäften unter der Marke „Champion Raisin“ in den Regalen.
Vor dem Versand werden die Rosinen einem 35-stufigen Reinigungsverfahren (Laser Kleen) und einer kompletten, gründlichen und dokumentierten Inspektion durch das unternehmenseigene Qualitätsteam unterzogen. National Raisin hat sich gegenüber dem United States Department of Agriculture (USDA) verpflichtet, an einer durchgängigen und konsequenten Qualitätskontrolle zu arbeiten und so den Status des Unternehmens als Erzeuger der „World’s Cleanest Raisin“ zu bescheinigen.
Bei der Verarbeitung von täglich ungefähr 200 t Rosinen mit den Laser-Kleen-Systemen des Unternehmens fallen pro Tag zwischen 225 und 300 m³ Abwässer an, die hauptsächlich durch das Waschen der Rosinen entstehen. Da das Produkt an der freien Luft in der Sonne getrocknet wird, sind die Rosinen mit einer feinen Staubschicht überzogen, was bei dem Sandboden im mittleren kalifornischen Valley kaum zu verhindern ist. Dieser Staub muss vor dem Verpacken natürlich abgewaschen werden.
Vor dem Hintergrund rasch steigender Abwasserkosten durch die Rosinenreinigung hat sich National Raisin entschieden, diesen wichtigen Unternehmensbereich zu optimieren, besonders in einem Landesteil, wo es Wasser nicht im Überfluss gibt. Die strengen Vorschriften zur Wasserableitung und zum Schutz der wichtigen, örtlichen Grundwasserschichten mussten unbedingt beachtet werden. Das bedeutete, dass herkömmliche Verfahren zur Abwasserentsorgung hier nicht ausreichen würden.
Wäre der Staub das einzige Problem, könnte man einfache Absetzbecken oder Filteranlagen einsetzen und das Wasser zum Beispiel zur Bewässerung weiterverwenden oder zu minimalen Kosten ins örtliche Klärwerk ableiten. Allerdings wird mit dem Wasser nicht nur der Staub von den Rosinen entfernt, sondern es löst sich auch ein Teil ihres Zuckers im Wasser. Wenn das Waschwasser mit gelöstem Zucker belastet ist, entsteht ein hoher biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB), der die Entsorgungskosten beträchtlich erhöht. Dadurch werden neben der vielen Schreibarbeit für Genehmigungen auch die vorgeschriebene permanente Überprüfung und eine Vielzahl an kostenintensiven Schritten zur Aufbereitung solcher Abwässer erforderlich. Das Abwasser mit Tanklastern zum örtlichen Gemeindeklärwerk zu bringen, war keine besonders attraktive Option. Das Gemeindeklärwerk verlangt ein kleines Vermögen für die Aufbereitung von Wasser mit hohem BSB.




