Um die hohen Hygieneanforderungen in der Lebensmittelindustrie erfüllen zu können, gilt es, Kontaminationen bereits bei der Rohstoffanlieferung vorzubeugen. Ein Praxisbeispiel aus der Verarbeitung von Laktose bei einem Nahrungsmittelhersteller zeigt, wie Big Bags hygienisch, staubarm und sicher entleert werden können und dass sich darüber hinaus auch komplexe Entleerprozesse inklusive der Abförderung auf geringer Stellfläche abbilden lassen.
Bei der Optimierung seiner Entleerprozesse verfolgte der eingangs erwähnte Nahrungsmittelhersteller vor allem die folgenden vier Zielsetzungen:
- Die restlose Entleerung der Big Bags sollte möglichst schnell erfolgen. Bei Bedarfsspitzen muss eine Aufgabeleistung von 8 t erreicht werden.
- Fremdkörper wie Verpackungsreste, Schrauben oder Metallspäne müssen direkt nach dem Entleeren zuverlässig aus dem Prozess entfernt werden.
- Der Entleerprozess sollte möglichst staubarm funktionieren, um Bediener und Anlagenumgebung vor zu hoher Staubbelastung zu schützen.
- Das Produktionsequipment muss möglichst schnell und gründlich reinigbar sein, um Verunreinigungen bzw. einer Keimbildung durch verderbende Produktrückstände vorzubeugen.
Bei der Abförderung sollte die Übergabe an zwei verschiedene Folgeprozesse möglich sein: Einerseits soll die Laktose aus Big Bags in ein vorhandenes pneumatisches Fördersystem (inklusive mobiler Zellenradschleuse) entleert und zur Einlagerung in Silos gefördert werden. Darüber hinaus sollte das System die staubarme Abfüllung von Containern ohne zeitraubende Umrüstmaßnahmen gestatten.
Ausführung der Entleerstation
Bei der von Engelsmann realisierten Big-Bag-Entleerstation sind alle notwendigen Funktionen in ein 6 m hohes Gestell integriert, in diesem Fall die Big-Bag-Entleerung, die Schutzsiebung, die Metallabscheidung sowie die pneumatische Abförderung bzw. Abfüllung des Produkts in Container. So konnte der gesamte Prozess auf einer Stellfläche von nur 3 m2 realisiert werden.
Die gesamte Entleerstation ist im Hygienic Design konstruiert: Geschlossene Rundrohre und abgeschrägte Ecken bei der Rahmenkonstruktion vermeiden unerwünschte Schmutzablagerungen. Hygienetrichter und Schutzsieb sind totraumarm, mit vergrößerten Radien ausgeführt und verfügen über besonders glatte Oberflächen (Rautiefe
≤0,8 µm). Dichtungen, Klebstoffe, etc. sind konform hinsichtlich EC 1935/2004, 2007/72/EC und FDA-Richtlinien.
Da die Produktionsumgebung des Anwenders eine Atex-Schutzzone ist, ist das komplette System entsprechend der 2014/35/EU – Richtlinie ausgelegt.




