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    Big Bag statt Sack
    Bildquelle nicht angegeben
    Technik

    Big Bag statt Sack

    Das Entleeren von Säcken ist eine schweißtreibende Arbeit, wobei das Heben der schweren Säcke nicht unbedingt eine ergonomische Tätigkeit ist. Die Folge
    Veröffentlicht
    04. Oktober 2005
    Lesezeit
    3 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Dipl.-Ing. Marc Derix

    Nahezu alle Schüttgüter lassen sich in Big Bags lagern, transportieren und wieder austragen. Ob antistatische Big Bags für explosionsgefährdete Produkte oder formstabilisierte Big Bags für sehr leichte oder fluidisierte Produkte – in fast allen Variationen sind geeignete Big Bags für ein Produktvolumen von 500 bis 2000 l erhältlich.

    Im Gegensatz zu Säcken, erfolgt das Entleeren der Big Bags automatisch – sofern der Big Bag einmal an die Entleerstation angeschlossen ist. Lediglich zum Wechseln der Big Bags fällt ein leichter Arbeitsaufwand von ca. 3 bis 5 Minuten an, bei dem allerdings keine schweren Lasten gehoben werden müssen. So spart man bei der Umstellung von Säcken auf Big Bags nicht nur durch den geringeren Arbeitsaufwand, sondern indirekt auch durch den geringeren, krankheitsbedingten Ausfall der Mitarbeiter.

    Ein weiterer Vorteil beim Gebrauch von Big Bags ist die reduzierte Staubbelastung am Arbeitsplatz. Beim Entleeren von Säcken und dem nachfolgenden Verdichten und Entsorgen kommt es bei einer Vielzahl von Systemen – trotz angeschlossener Aspirationssysteme – immer noch zur erheblichen Staubbildung. Diese Verschmutzung verursacht wiederum einen erhöhten Reinigungsaufwand und kann des Weiteren gesundheitsschädigend sein. Beim Einsatz einer Big Bag-Entleerstation erfolgt die Entleerung nahezu staubfrei. Das Andocksystem, das den Big Bag-Auslauf an die Entleerstation anschließt, sorgt für ein geschlossenes, staubdichtes System.

    Den Vorteilen beim Einsatz von Big Bags stehen die höheren Investitionskosten für Big Bag-Entleerstationen gegenüber. Der anlagentechnische Aufwand für eine Big Bag-Entleerstation ist wesentlich größer als bei einer manuellen Entleerstation für Säcke. Die Hebevorrichtung für Big Bags, die Austraghilfe sowie das Andock- und Straffsystem sind zusätzliche Baugruppen, die beim manuellen Entleeren von Säcken nicht benötigt werden. Als Faustregel gilt, dass ab einem Produktverbrauch von 500 bis 1000 kg Rohkomponenten pro Tag der Einsatz von Big Bags wirtschaftlich wird. Dieser Verbrauch bezieht sich auf die Abnahmemenge je Big Bag-Entleerstation. Je nach Produktionsweise werden eine oder mehrere Big Bag-Entleerstationen als Ersatz für eine manuelle Sackeinschüttung benötigt. Lässt die mögliche Kreuzkontamination zwischen den einzelnen Produkten es zu und werden immer ganze Big Bags entleert, ist nur eine Station erforderlich. Werden jedoch immer nur Teilmengen aus dem Big Bag entnommen und müssen mehrere, unterschiedliche Produkte zugeführt werden, dann ist je Produkt eine Entleerstation erforderlich. Es ist nicht praktikabel, teilweise gefüllte Big Bags mehrmals täglich von der Entleerstation zu entnehmen und wieder einzulagern. Es existieren zwar die unterschiedlichsten Systeme zum Verschließen von nicht vollständig entleerten Big Bags, diese können jedoch den Big Bag nur verschließen, wenn gleichzeitig Produkt entnommen wird. Das Dosieren einer bestimmten Produktmenge, ohne dass Restprodukt in der Entleerstation zurückbleibt, ist daher nicht möglich.

    Für das problemlose Befüllen und Entleeren von Big Bags hat Derichs jetzt die Big Bag-Entleerstation DEM und die Big Bag-Befüllstation DEA entwickelt. Beide Systeme sind modular aufgebaut und können deshalb für nahezu alle Produkt- und Kundenanforderungen gleich einem Baukastensystem zusammengestellt werden. Bei Entwicklung der Systeme wurde besonders auf die sanitäre Ausführung, die staubfreie Funktion und die ergonomische Bedienung geachtet.

    Die Big Bag-Befüllstation DEA ist mit einer eichfähigen Waage ausgerüstet und kann sowohl für die stehende als auch hängende Befüllung der Big Bags genutzt werden. Optional kann die Station mit einer Vibrationsvorrichtung für fluidisierte Produkte oder einem Rollenbahnsystem für den Abtransport der gefüllten Big Bags ausgerüstet werden. Die Steuerung der Befüllstation erfolgt mithilfe einer Siemens S7 mit Siwarex-Wägeelektronik, wodurch eine Kompatibilität mit fast jeder Werksnorm sichergestellt werden kann.

    Die Big Bag-Entleerstation DEM, mit absolut staubdichtem Andocksystem für den Big Bag-Auslauf, kann mit einer Straffeinrichtung für den Big Bag-Auslauf, einer Kran-Portalkonstruktion zum Heben der Big Bags und einer geeigneten Austraghilfe ausgerüstet werden. Hierbei steht wahlweise ein Vibrationstisch oder ein Walkboden zur Auswahl.

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