In diesem Jahr werden deutsche und internationale Unternehmen wie in den zurück liegenden Jahren im P-D ChemiePark Bitterfeld Wolfen im dreistelligen Millionenbereich investieren. Er erweist sich als Magnet für Investoren. Denn vier weitere ausländische Unternehmen haben sich bereits für den Traditionsstandort entschieden. Ein fünfter hat sich angekündigt. In der gleichen Größenordnung investieren deutsche Unternehmen. „Die Investitionstätigkeit, vor allem unter Ausländern zieht an“, sagt der Geschäftsführer des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen, Matthias Gabriel. Der Chemiestandort Bitterfeld-Wolfen behauptet sich im internationalen Wettbewerb. Nach Gabriels Worten gehen aktuelle Investitionsentscheidungen für Bitterfeld-Wolfen vielfach auf Unternehmen zurück, die bereits in Bitterfeld produzieren, sich dort wohl fühlen und das auch erkennen lassen. Ausländer, die sich für Bitterfeld entscheiden, sähen sich auch weltweit nach Standorten um. Seit der Übernahme des Chemieparks nach der zweiten Privatisierung im Jahr 2001 sei daran gearbeitet worden, dass Bitterfeld in den Köpfen von Entscheidern auf der ganzen Welt verankert wird, sagt Gabriel. Er ist seit zehn Jahren Jahren Geschäftsführer der P-D ChemiePark Bitterfeld Wolfen GmbH. Die ersten Jahre seien zwar schwierig gewesen, erinnert er sich. „Jetzt aber läuft es richtig gut.“
„Die mitteldeutschen Chemiestandorte sind die flexibelsten und die modernsten der Welt“, hebt Gabriel hervor. Dies verdanke man dem gesellschaftlichen und industriellen Umbruch vor mehr als 20 Jahren. Die daraus resultierende Dynamik und Flexibilität sind Vorteile im internationalen Wettbewerb. „Sie müssen so lange wie möglich erhalten bleiben“, fordert der 58-jährige Industrie-Manager. „Dann sind wir für die Zukunft gut gerüstet.“
Das Know how der ostdeutschen Chemieparks bei der Umgestaltung von Altstandorten zu modernsten Chemieanlagen ist weltweit kaum zu übertreffen. Um die bei dieser Umgestaltung gesammelten Kenntnisse und Erfahrungen zu bündeln, schlossen sich im Jahr 2002 die großen Chemieparks in Mitteldeutschland zum Central European Chemical Network (CeChemNet) zusammen. Als deren Vertreter das Chemiepark-Konzept der Europäischen Kommission in Brüssel vorstellten, habe das Folgen gehabt, erinnert sich Gabriel. 2003 entstand das Europäische Chemieregionen Netzwerk ECRN (European Chemical Regions Network). In ihm kooperieren heute 21 Chemieregionen aus neun Ländern. Seit seiner Gründung wird das ECRN von Sachsen-Anhalt geführt. Das sei auch Ausdruck der Vorreiter-Rolle des Landes, hebt Gabriel hervor. Es gehe nicht darum, dass Erfahrungen kopiert werden, die Zusammenarbeit im ECRN lebe von der Vielfalt der Standorte, führt Gabriel aus.
In Bitterfeld-Wolfen werden alle Dienstleistungen angeboten, die von den industriellen Ansiedlern benötigt werden. Dabei hat jedes Unternehmen frei Wahl, von wem es die jeweiligen Leistungen bezieht. Es herrscht Wettbewerb. „Der herausragende Standortvorteil ist der Stoffverbund und die sich bietenden Kooperationsmöglichkeiten“, sagt Gabriel. „Die industrielle Kraft muss sich in der Vielfalt entwickeln“, hebt er ein Anliegen des ECRN hervor. Es gehe dabei auch darum, Europas Industrie im Wettbewerb mit Amerika und Fernost zu stärken.




