Mit der zunehmenden Verbreitung von Internetzugängen, Cloud-Computing und den sinkenden Kosten des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT) ist es inzwischen möglich, Daten effektiv zu erzeugen, zu verwalten und zu kommunizieren. Durch die Kombination aus einer Blockchain und dem Internet der Dinge unterstützt Siemens die Lebensmittel- und Getränkeindustrie jetzt dabei, von mehr Transparenz in der Wertschöpfungskette zu profitieren.
Produktrückrufe aufgrund von Qualitätsmängeln, gefälschte Produkte und gestiegene Erwartungen der Verbraucher an die Transparenz von Herkunft und Produktionsverfahren sind zentrale Herausforderungen, mit denen die Lebensmittel- und Getränkeindustrie seit Langem zu kämpfen hat.
Aus all diesen Gründen wird schon seit einiger Zeit nach einer geeigneten Lösung gesucht, mit der die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette transparent gemacht werden können, ohne die Sicherheit der Produkte und Informationen zu gefährden. Dazu müssen jedoch Daten aus unterschiedlichsten Quellen vom Anbau über Transport, Lagerung und Verarbeitung in eine Informationsarchitektur integriert werden, eine komplexe Aufgabe, wie sich an einem alltäglichen Produkt wie Kartoffelchips nachvollziehen lässt. Um am Ende für jede Tüte Chips den kompletten Produktstammbaum nachvollziehen zu können – wo und mit welchen Methoden die Kartoffeln angebaut wurden (zum Beispiel in einem Biobetrieb in Süddeutschland), woher die Zutaten stammen (Salz aus Frankreich, Sonnenblumenöl aus Italien) und wo und wie die Chips verarbeitet wurden (um zum Beispiel zu dokumentieren, dass sie kein Gluten enthalten), wie sie verpackt und wie transportiert wurden, müssen Daten aus verschiedenen Betrieben mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad, verschiedenen Unternehmen und sogar verschiedenen Ländern sowie aus manuellen Prozessen und aus verschiedenen IT- und Automatisierungssystemen verknüpft und gegen unbefugten Zugriff und Manipulationen geschützt werden. Bislang war dazu ein erheblicher Integrationsaufwand nötig.
Im Gegensatz dazu stellt die Blockchain-Technologie eine Umgebung zur Verfügung, in der Unternehmen definierte Daten in einer offenen und dennoch sicheren Umgebung teilen können, ohne dass dazu eine gemeinsame Datenbank erforderlich ist. Eine Blockchain besteht aus einer definierten Datenstruktur, in der Informationen oder Vorgänge nur mit Einverständnis der Beteiligten abgespeichert und danach nicht mehr verändert werden können. Die Technologie ist nach heutigen Maßstäben als sehr sicher einzustufen und kann daher als eine Möglichkeit genutzt werden, Berichte und Informationen fälschungssicher in eine Datenstruktur zu integrieren. Ein weiterer Vorteil: Jedes Unternehmen hat dabei die volle Kontrolle, welche Daten mit wem geteilt werden.




