Rolf Multhauf
Besonders die Kühl- und Tiefkühlindustrie hat mit den steigenden Energiepreisen zu kämpfen und ist deshalb bestrebt, die Kosten durch bessere Isolierungen und moderne Kälteanlagen einzudämmen. Die einzig verbleibenden Öffnungen im Lager – die Tore und Türen – bleiben allerdings Schwachstellen.
Beim Öffnen der Türen bzw. Tore tritt infolge der Thermik warme, feuchte Luft im oberen Bereich der Öffnung in das Kühllager ein, während kalte Luft im Gegenzug an der Unterseite aus dem Lager entweicht. Kälteanlagen sind so ausgelegt, dass sie die warme Luft abkühlen und gleichzeitig entfeuchten. Das heißt: Je häufiger die Türen geöffnet werden und warme Umgebungsluft eindringen kann, desto höher ist die Laufleistung der Kälteanlage. Außerdem nimmt die Vereisung der Anlagen zu, was zu einer Verlängerung der Standzeiten für die Abtauung der Verdampfer und zu einer Erhöhung des Energieverbrauchs führt. Oft sind die Anlagen nicht in der Lage, die eintretenden Wärmemengen zu kompensieren, so dass die Temperaturen im Lager steigen und im schlimmsten Fall die Waren über den kritischen Punkt hinaus erwärmt werden. Jeder Betreiber von Kühl- und Tiefkühllagern hat seine Erfahrungen mit den Folgen von warmer Luft gemacht und versucht eine optimale Lösung für dieses Problem zu finden.
Kühlraumtüren sind in jedem Lager vorhanden. Sie dienen in erster Linie zum Verschließen des Lagers und sind für geringe Verkehrsfrequenzen ausgelegt. Ist letztere zu hoch, sind zusätzliche Maßnahmen notwendig, die das Eindringen von warmer und feuchter Luft verhindern sollen. Das ist beispielsweise durch den Einbau von Streifenvorhängen oder Schnelllauftüren möglich. Wie die Untersuchungen der Universität Bristol zeigen, haben Streifenvorhänge zwar eine sehr gute Trennwirkung, sind aber mit einigen Nachteilen verbunden. Dazu zählen beispielsweise:
- Undurchsichtigkeit durch Abrieb oder Vereisung
- Verhärtung der Streifen im TK-Umfeld
- Beschädigung beim Durchfahren mit Staplern
- Vereisung im Bodenbereich des TK-Lagers
Kurzum: Streifenvorhänge werden zwar von den Lagerbetreibern und deren Mitarbeitern akzeptiert, sind aber in der betrieblichen Praxis nicht sonderlich beliebt.
Abhilfe schaffen Luftschleieranlagen. Wie die Wissenschaftler in Bristol nachgewiesen haben, kann mit ihnen der Warmlufteinfall durch offene Lagertüren (ohne Streifenvorhänge) um bis zu 80 % reduziert werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Anlagen ordnungsgemäß eingestellt sind. Die Raumgröße spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.




