Ralf Schneider, Ulrich Wigge, Hans-Robert Koch
Aufgrund immer höherer Integrationsdichten von Schaltanlagen in der Industrie kommt der Klimatisierung eine stetig steigende Bedeutung zu. Die wichtigsten Kriterien für entsprechende Kühllösungen sind neben der Bereitstellung der entsprechenden Kühlleistung eine hohe Verfügbarkeit und eine möglichst effiziente Energienutzung. Kundenspezifisch aufgebaute Kühlanlagen sind in der Regel Einzelanfertigungen, die dadurch gravierende Nachteile im Servicefall mit sich bringen können. Fällt eine solche Anlage einmal aus, muss ein Kälte- und Klimatechniker für die Reparatur sorgen und gegebenenfalls einzelne Komponenten austauschen. Deutliche Vorteile bietet dagegen eine modulare Lösung, wie sie der Gehäusespezialist Rittal mit seinen Rückkühlanlagen TopTherm Chiller anbietet. Aufgrund des standardisierten und modularen Aufbaus kann im Servicefall einfach das entsprechende Modul ausgetauscht werden. Das spart Zeit und sorgt damit für eine höhere Verfügbarkeit der Anlage.
Wenn eine Schaltanlage, wie es in der Industrie häufig vorkommt, gleich mehrere Schaltschränke umfasst, liegt es nahe, die Kühlung zentral zu realisieren, statt alle Schaltschränke einzeln mit Kühlgeräten zu klimatisieren. Dies führt zu einer verbesserten Energieeffizienz und damit zu niedrigeren Betriebskosten. Statt in jeden Schaltschrank ein eigenes Klimagerät einzubauen, werden Luft-Wasser-Wärmetauscher – wie sie Rittal beispielsweise für die TS-8-Schaltschrankserie anbietet – verwendet, die die Wärmeenergie auf einen Kühlwasserkreislauf übertragen. Durch die Verwendung nur eines Kompressors und einer Pumpe lässt sich je nach Anwendung eine beträchtliche Menge Energie einsparen. Steht in der Produktionsstätte eine zentrale Kühlwasserversorgung zur Verfügung, können so die einzelnen Kompressorkühlgeräte eingespart werden.
Für den Fall, dass in der Produktionsstätte kein externes Kühlwasser zur Verfügung steht, eignen sich die TopTherm Chiller von Rittal, die in einem Standard TS-8-Schaltschrank aufgebaut sind und sich dadurch nahtlos in die Schaltanlage einfügen. Die Rückkühlgeräte sind konsequent modular aufgebaut und bestehen nur aus wenigen standardisierten Komponenten. Als Basis dient das TS-8-Gehäuse, in das ein Wasser- und Kältemodul sowie ein Elektromodul mit integrierter Steuerung eingebaut werden. Das Wassermodul ist ein offenes System und besteht aus Tank, Pumpe und Regelungstechnik. Zum Kältemodul gehören Kompressor, Verflüssiger und Verdampfer. Beide Module werden separat voneinander vorgefertigt und laufen damit auch unabhängig voneinander als standardisierte Komponenten durch die Produktion. Der Kunde erhält ein komplettes System, das nur noch anzuschließen ist. Die Luft- Wasser-Wärmetauscher (LWWT) in den einzelnen Schaltschränken lassen sich dann einfach an den Kühlwasserkreislauf anschließen. Mit entsprechenden Durchflussreglern und Ventilen wird sichergestellt, dass jeder Schaltschrank mit einer ausreichenden Menge Kühlwasser versorgt wird. Diese modulare Lösung und die damit verbundene Standardisierung vereinfacht die Fertigung und führt damit zu niedrigeren Kosten und kürzeren Lieferzeiten. Auch im Servicefall bietet die Modulbauweise große Vorteile: Das Ersatzteilmanagement ist einfacher und die einzelnen Module und Gleichteile lassen sich schnell und unkompliziert tauschen. Das Resultat sind geringere Kosten und eine höhere Verfügbarkeit der Anlage.




