Effiziente Energieerzeugung ist in der Industrieproduktion ein Dauerbrenner. Zu Recht. Neben Strom benötigen viele Prozesse große Mengen an Dampf und Wärme. Dass es sinnvoll ist, in nachhaltige Prozesswärme zu investieren und gleichzeitig von attraktiven Förderungen zu profitieren, zeigt das Unternehmen Henglein. Kürzlich hat der Kartoffelverarbeiter aus Wassermungenau in Mittelfranken einen Dampfkessel der Baureihe UL-S mit Abgaswärmetauschern von Bosch installiert.
Kloßteig, der fränkische Klassiker aus überwiegend lokalem Kartoffelanbau, ist das Steckenpferd der Hans Henglein und Sohn GmbH. Neben dem klassischen Kartoffelsortiment konzentriert sich das Unternehmen inzwischen auch auf frische Teigwaren. Insgesamt liegt das Produktionsvolumen am Standort Wassermungenau bei rund 100 000 t im Jahr. Mitgewachsen ist seit der Standortgründung die Anlage für die Prozesswärme, die bis vor Kurzem aus vier Dampfkesseln der ehemaligen Bosch-Marke Loos bestand. Mit bis zu 31 Jahren Betriebszeit und aus wirtschaftlicher Sicht waren die Kessel jedoch den Umwelt- und Effizienzanforderungen von Henglein nicht mehr gewachsen. „Wir haben als Verarbeiter von landwirtschaftlichen Erzeugnissen eine besondere Verpflichtung, Nachhaltigkeit in unserer Produktion sicherzustellen“, sagt Geschäftsführer Norbert Henglein. Das erfüllt nun ein Dampfkessel von Bosch, der besonders energieeffizient ist. Neben einer Stromersparnis von etwa 50 % und einer NOx-Reduzierung um gut 35 % haben sich Brennstoff und CO2-Emissionen um rund 15 % reduziert. Ein erheblicher Mehrwert für Klima und Umwelt und im Sinne der KfW förderfähig. Auf alle Investitionen in effizienzsteigernde und damit CO2-reduzierende Komponenten erhielt das Unternehmen Förderungen in Höhe von 30 %.
Design für hohe Energieeffizienz
Ermöglicht hat das eine gut durchdachte Konzepterstellung und Planung, gemeinsam erarbeitet von Henglein und dessen Effizienzberater, dem örtlichen Ingenieurbüro Tobias Lüpfert sowie Bosch Industriekessel. Mit technischer Dokumentation, kundenindividueller Auslegung und 3D-Symbolen gelang es Bosch, Planungsaufwand und Schnittstellen zu reduzieren und die spezifizierte Effizienz zu erzielen. Letzteres war auch die Basis für die Zusage der Fördermittel. Nur 17 km von seinem Bestimmungsort entfernt fertigte Bosch den Dampfkessel aus der Baureihe UL-S im Stammwerk Gunzenhausen-Schlungenhof. Das Design ist auf hohe Energieeffizienz ausgelegt. So ermöglicht der großzügig ausgelegte Feuerraum sowie die optimale Kessel- und Brennerkombination besonders niedrige Emissionen. Auch die geltenden Richtwerte für NOx unterschreitet der Kessel deutlich. Weitere Vorteile bringt der große Regelbereich der Feuerung. Anstatt den tatsächlichen Leistungsbedarf durch Takten des Brenners zu erzielen, wird die Verbrennung an den aktuellen Bedarf angepasst. Das vermeidet energieintensives Vorlüften und somit unnötige Wärmeverluste. Mithilfe einer installierten Sauerstoffsonde lässt sich ein optimales Verbrennungsluftverhältnis erzielen, das die Brennstoffzufuhr noch weiter reduziert.




