An die Qualität von Dampf stellt die Lebensmittel- und Getränkeindustrie hohe Anforderungen. Insbesondere bei der Herstellung sensibler Produkte wie Babynahrung, aber auch bei der Produktion anderer hochwertiger Lebensmittel wie Molkereiartikel oder Wurstwaren sollte der Dampf sauber, steril und rein sein. Zur Beurteilung der Dampfqualität ist jedoch nicht nur der Dampf an sich, sondern das gesamte Dampf- und Kondensatnetz zu betrachten.
Auf die Dampfqualität wirken sich Schmutz, Feuchtigkeit, der Anteil an Luft und nicht kondensierbaren Gasen im Dampf- und Kondensatnetz sowie chemische Zusätze aus. Letztere gelangen in Form von Korrosionsschutzmitteln ins Kesselwasser. Die Zugabe von chemischen Zusätzen ins Speisewasser birgt jedoch große Risiken. So kann eine Überdosierung, aber auch ein Mitriss von Speisewasser zu Problemen in der nachgeschalteten Anlage führen und damit erheblichen Einfluss auf die Produkt- und Prozessqualität nehmen.
Ein Mitriss von Wasser im Dampferzeuger lässt sich nicht immer vermeiden und ist stark von den Lastzuständen, aber auch von Absalzsteuerung und Abschlammintervallen abhängig. Während ein „Spucken“ bei Großraumwasserkesseln eher auf eine schlechte Auslegung oder andere Probleme hindeutet, ist ein Mitriss von Speisewasser bei Schnelldampferzeugern unvermeidlich.
Hier hat sich die Installation eines Dampftrockners direkt hinter dem Dampferzeuger bewährt. Auch innerhalb der Produktionsanlage bzw. im gesamten Dampfverteilnetz spielt die kontinuierliche Ableitung des entstehenden Leitungskondensates eine große Rolle und kann die Installation eines Dampftrockners zur Steigerung der Dampfqualität auf den gewünschten Grad erforderlich machen.
Sterilfilter aus Edelstahlelementen
Sofern der Dampf als kulinarischer Dampf in der Lebensmittelindustrie direkt mit dem Produkt in Berührung kommen kann, ist beim Einsatz chemischer Substanzen auf die menschliche und/oder tierische Verträglichkeit zu achten. Jeder chemische Zusatz kann Einfluss auf die Qualität des Lebensmittels nehmen und dieses beeinflussen, auch wenn er nicht zwangsläufig oder nur schwach gesundheitsschädlich ist.
Auch ein nachgeschalteter Filter kann gelöste chemische Bestandteile nicht herausfiltern, sondern nur Partikel abscheiden und damit vermeiden, dass z. B. größere Rostteilchen auf oder in das Produkt bzw. in das zu sterilisierende Gut gelangen. Zum Einsatz kommen in direkten Bedampfungsprozessen häufig Sterilfilter, auch oftmals als Dampffilter bezeichnet. Diese beinhalten Filterelemente aus Edelstahl, die in unterschiedlichen Maschenweiten erhältlich sind. Wichtig ist aber, nicht einfach nur einen Filter zu installieren. Dabei ist prinzipiell für sichere Filterbedingungen zu sorgen. Zum Beispiel ist die Installation eines vorgeschalteten Schmutzfängers mit Feinsieb (Maschenweite ca. 160 μm) in Verbindung mit einem Prallplattentrockner (auch Dampftrockner genannt) zu empfehlen, da hierdurch schon eine gute Abscheidung gröberer Partikel erfolgt und somit die Zeit der Beladung des Dampffilters und damit seine Standzeit verlängert wird.




