Im Spannungsfeld zwischen Globalisierung, knapper Ressourcen und anspruchsvollen Verbrauchern müssen Unternehmen einerseits Daten verstehen und bergen, andererseits aber auch die Beschäftigten datenkompetent machen. Wie das gehen kann, zeigt das Beispiel Brüggen. Der Cerealienproduzent aus Lübeck nutzt die Datenanalyse-Software Qlik Sense, um Bestände, Produktion und Lager standortübergreifend zu koordinieren.
Untersuchungen des amerikanischen Marktforschungsinstitutes Forrester haben gezeigt, dass zwischen 60 und 73 % aller Unternehmensdaten nie analysiert werden. Sie fristen ihr Dasein gewissermaßen in einer „Daten Blackbox“.
Genau hier befindet man sich ganz am Anfang der Datenwertschöpfungskette. Eine echte Blackbox zeichnet permanent Rohdaten auf; es entsteht ein permanenter Datenfluss von Informationen aus allen Richtungen. Diese Rohdaten gewinnen jedoch erst in dem Moment an Wert, in dem sie intelligent und zielgerichtet ausgelesen werden.
Genauso verhält es sich mit Daten in einem Unternehmen. Folgt man dem simplen Schema „free it, find it, understand it, action it“, werden die Daten zunächst sinnvoll extrahiert (free it). Dann gelangt man zur nächsten Ebene, wo gezielt nach Informationen in einem Datenkatalog gesucht werden kann (find it). Jetzt folgt eine der zwei ertragreichen Ebenen: understand it – die aufbereiteten Daten werden analysiert und interpretiert. Schlussendlich werden daraus sinnvolle Erkenntnisse gewonnen, Handlungsempfehlungen abgeleitet und, wo sinnvoll, sogar automatische Aktionen in bestimmten Systemen ausgelöst – von einfachen Alerts auf dem Smartphone bis hin zur automatischen Nachbestellung im Warenwirtschaftssystem (action it).
Daten müssen bei der Verarbeitung zudem so aktuell wie möglich sein. Ist dies nicht der Fall, wirkt sich das negativ auf die Kosteneffizienz eines Unternehmens aus. Nur wenn datenkompetente Mitarbeitende schnell und transparent Zugriff auf Daten aus der Wertschöpfungskette haben, können sie gute, intelligente Entscheidungen für das Unternehmen treffen.
Dieses Ziel hatte sich auch das Unternehmen H. & J. Brüggen KG aus Lübeck gesetzt. Brüggen stellt Cerealien-Produkte für Märkte in mehr als 90 Ländern her. Bestände, Produktion und Lager sollten standortübergreifend koordiniert werden. Um dies umzusetzen, implementierte das Unternehmen die Datenanalyse-Software Qlik Sense des internationalen Softwareunternehmens Qlik. Das neue Tool sollte Verbesserungspotenziale entlang der gesamten Wertschöpfungskette sichtbar machen. Daten verschiedener Quellen können nun auf einer Plattform dargestellt und analysiert werden. Für den Hersteller bedeutete dies einen großen Schritt hin zur Optimierung der Wertschöpfungskette. Seit der Implementierung im Jahr 2018 konnte Brüggen bereits über 300 000 Euro einsparen. Auch während und nach der Corona-Krise war die Datenanalyse eine große Hilfe: Das Team konnte schnell und angemessen auf Lieferschwierigkeiten reagieren.




