Jukka Peltola und Roland Hensel
Noch immer haben Unternehmen Probleme beim Kontrollieren von Kosten oder mit zeitlichen Verzögerungen in den Produktionsabläufen. Meist basieren die Planungen auf veralteten Parametern, die häufig aus nicht qualifizierten Datenbeständen stammen. Die Datenquellen sind in verschiedenen Systemen im Unternehmen hinterlegt und nicht für jeden einfach zugänglich. Um an die Daten zu kommen und qualifizierte Aussagen treffen zu können, braucht ein Manager unter Umständen zehn verschiedene Passworte. Zusätzliche Daten müssen händisch zusammengetragen oder noch einmal in ein anderes System eingegeben werden. Das Management bezieht deshalb in der Regel sein Wissen aus den von außen zugänglichen Daten wie Umsatz, Gewinn, Deckungsbeitrag etc. Produktionsfehler, Qualitätsmängel oder eine Verschiebung des Abnehmerverhaltens tauchen erst viel später in Monats- oder Quartalsberichten auf. Dies alles führt zu deutlichen Abweichungen, wenn sich einzelne Bedingungen lokal oder global ändern. So kann das Management beispielsweise kaum die Auswirkungen von neuen Umweltgesetzen, Veränderungen bei der der Kennzeichnungspflicht oder bei den Rohstoffquellen genau abschätzen. Das Ergebnis: Man optimierte bisher nur Teilprozesse, ohne das erhebliche Optimierungspotenzial der anderen Prozesse zu heben. Doch dazu muss man die Unternehmensabläufe global vergleichbar machen und einheitlich abbilden.
Real-time Operations Intelligence Platforms wie XHQ nutzen jetzt die Vorteile des World Wide Webs und der drahtlosen Datenübertragungstechnologie zum Beobachten von Aktivitäten und Operationen in einem Unternehmen und seiner Versorgungskette in Echtzeit. Im Gegensatz zu anderen Lösungen liegt der Schwerpunkt auf realen Bildern des Unternehmens, die ständig aktualisiert werden, und auf einem direkten Zugriff auf unterstützende Informationen. Diese Echtzeit-Informationsportale wandeln die prozess- und qualitätsrelevanten Daten aus den Produktionssteuerungs- und Regelsystemen so um, dass aus der Datenflut der Automatisierungssysteme verwertbare Informationen werden. Alle relevanten Daten des Unternehmens können über einen gewünschten Zeitraum gemeinsam abgebildet, unterschiedliche Korrelationen und Trends ermittelt und von einem beliebigen Zugang zum Intranet aus live in einem Browser dargestellt werden. Um erfolgreich zu sein, müssen solche Portale in die Unternehmenskultur eingebunden werden und allen Mitarbeitern zur Verfügung stehen. Vom Vorstand, Betriebsleiter, Betriebsassistenten bis zu den Bedienern an der Maschine sollte ein solches Informationssystem genutzt werden. Gerade für Letztere ist die globale Sicht der wesentlichen Produktionsinformationen wichtig, um die Zusammenhänge besser erfassen zu können.
Mit Hilfe von Key Performance Indikatoren (KPI) und dem Benchmarking der verschiedenen Produktionsstätten und Gewerke lässt sich Vergleichbares vergleichbar machen und das Gemessene objektivieren. Zudem ist eine Verdichtung der Informationen möglich. Auf diese Weise erhält der Unternehmer bzw. das Management auf die wichtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt die korrekten Antworten und kann entsprechende Entscheidungen treffen. Auf der Basis relevanter und aggregierter Informationen lassen sich die Produktionsbedingungen analysieren und schrittweise optimieren.




