Klaus Rümler
Spirax Sarco bietet kompetente Hilfe vor Ort oder fachmännische Überprüfung im Dampflabor für den Fall an, wenn die Dampfanlage nicht mehr so funktioniert wie geplant. Dabei stellt sich häufig heraus, dass die eigentliche Fehlerbeseitigung oftmals nicht teuer ist und die Fehlerursache auch vom Anwender vor Ort schnell erkannt werden kann, wie folgende Beispiele aus der Praxis belegen.
Ein Kugelschwimmer-Kondensatableiter der Nennweite 40 wurde bei 4 bar Dampfdruck zur Entwässerung eines Wärmetauschers gegen nahezu Atmosphärendruck eingesetzt. Der Kondensatableiter hat unter diesen Bedingungen eine Leistung von 6 t/h Siedekondensat. Bei ungehindertem Dampfverlust würde dies eine Energieverschwendung mit Kosten von über 5000 Euro pro Jahr bedeuten. Auf dem Dampfprüfstand zeigte sich, dass der Kondensatableiter völlig korrekt funktioniert. Im Betrieb ohne Kondensatanfall war die gewünschte Dichtigkeit gewährleistet. Die Entlüfterkapsel arbeitete korrekt. Anfallendes Kondensat wurde verzögerungsfrei ausgeschleust, danach schloss der Ableiter wieder korrekt. An sich ein völlig intaktes Gerät – wenn da nicht der Anwender massive Undichtigkeit und Energieverlust beklagt hätte. Erst nach dem Öffnen des Gerätes auf der Werkbank zeigte sich durch die Wasserstandsmarke auf der Schwimmerkugel: Das Gerät war offensichtlich verkehrt herum eingebaut (Bild 1). Die Schwimmerkugel hing immer nach unten und dadurch war das Auslassventil ständig geöffnet. Diese Art von Installationsfehler tritt trotz Beschreibung in der zugehörigen Dokumentation und Markierung auf dem Gerät selber immer wieder auf. Meist ist der Grund für diesen Einbaufehler, dass sich die montierenden Personen über die Funktion des Gerätes nicht im Klaren sind.
In vielen Anwendungen sind die Wärmetauscher überdimensioniert oder werden zu Anfang im Schwachlastbereich betrieben. Die fehlende Leistung des Wärmetauschers durch den ausbleibenden Betriebsdruck, den der falsch montierte Kondensatableiter verursacht, fällt zuerst nicht auf. Erst unter vollem Leistungsbedarf erkennt der Anwender, dass die Anlage nicht auf Temperatur kommt. Noch schlimmer ist es, wenn die Finanzkaufleute kommen und zu hohe Energiekosten beklagen oder sich die Nachbarschaft über eine ständig starke Dampffahne beschwert. Spirax Sarco-Ingenieure legen daher nicht nur besonderen Wert darauf, die Leitungen richtig zu dimensionieren und die passenden Geräte einzusetzen. Auch während der Bauphase werden den Montageunternehmen entsprechende Hinweise gegeben und vor der ersten Inbetriebnahme empfiehlt sich eine kurze Anlagenbegehung. Der Aufwand dafür ist wesentlich geringer als eventuell unter heißen Bedingungen Geräte zu tauschen, die vielleicht sogar in kurzer Zeit irreparabel geschädigt wurden. In dem beschriebenen Fall mit dem Kugelschwimmer-Kondensatableiter war der Rat an den Anwender, die Gerätemontage zu ändern, das hieß, das Gerät zu drehen; der Ableiter selber war nach minimaler Wartung wieder einsatzfähig.




