Den geeigneten Werkstoff für Elastomerdichtungen auszuwählen, stellt Anwender oft vor Herausforderungen. Neben verschiedenen Elastomertypen gibt es unterschiedliche Härten, Farben und Merkmale. Nicht immer ist sofort ersichtlich, ob der eingesetzte Dichtungswerkstoff für die Anwendung geeignet ist, denn nicht selten tritt die Undichtigkeit schleichend auf. Daher sollten Anwender bei der Auswahl des geeigneten Werkstoffs verschiedene Parameter beachten.
Wenn es um die Auswahl des geeigneten Werkstoffs für die Elastomerdichtung geht, sind folgende Parameter zu berücksichtigen:
- Dichtungswerkstoff/Elastomertyp
- Einsatztemperatur
- Medienkontakt
- mechanische Eigenschaft
- Freigaben/Zulassungen
- Einbauräume
Werkstoffe und Einsatztemperaturen
Elastomerwerkstoffe werden meist über das Kurzzeichen ASTM gekennzeichnet, die das Basispolymer, z. B. NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk), EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) oder FKM (Flurokautschuk), definiert. Wichtig ist hierbei, dass ein Dichtungswerkstoff nicht nur aus dem Basiselastomer bzw. Kautschuk besteht, sondern auch aus zusätzlichen Mischungsbestandteilen wie Füll- und Verarbeitungshilfsstoffen sowie Vernetzern. Zwar ist der Kautschuk der bestimmende Parameter beim Dichtungswerkstoff, aber auch die übrigen Mischungsbestandteile können eine wichtige Rolle spielen.
Für die Auswahl eines geeigneten Elastomerdichtungswerkstoffs ist der Einsatztemperaturbereich der Dichtung festzulegen. In den Datenblättern der Hersteller sind die minimalen und maximalen Einsatztemperaturen der Werkstoffe ausgewiesen, wobei sich diese Temperaturen stets auf das Medium Luft beziehen. Bei Kontakt mit einem anderen Medium können sich die zulässigen Einsatztemperaturen ändern. Ein Beispiel: Obwohl ein Standard-FKM-Werkstoff eine maximale Einsatztemperatur von 200 °C aufweist, ist er bei Abdichtung gegenüber Wasserdampf nur bis zu ca. 120 °C einsetzbar, denn oberhalb dieser Temperatur würde er auf Dauer chemisch angegriffen werden.
Kontakt mit Medien
Außerdem muss definiert werden, gegenüber welchem Medium abgedichtet werden soll, und ob noch zusätzliche Medien mit dem Dichtungswerkstoff in Berührung kommen können, z. B. Reinigungsmittel. Oft ist auch eine Angabe über die Medienkonzentration notwendig, z. B. bei Säuren oder Basen, sowie eine Angabe über die Zusammensetzung, z. B. bei Hydraulikfluiden.
Wichtig ist, die auftretende Temperatur zu beachten, da mit zunehmender Temperatur meist auch die Aggressivität des Mediums steigt. So sind die üblichen Dichtungswerkstoffe gegenüber Wasser bei Raumtemperatur weitgehend beständig, doch bei einigen Compounds kommt es bei steigenden Temperaturen zu Problemen.




