Quadratisch, länglich oder rund, Vanille, Kakao oder Limone, als Geschenkpackung, Saison- oder Wunschartikel: Die A. Loacker AG produziert 80 verschiedene Waffelsorten in fast 3000 Artikelausprägungen. Die Südtiroler mit Unternehmenssitz in Unterinn sind Italiens größter Schokoladespezialitäten- und Waffelhersteller. Bekannte Marken sind neben Loacker-Waffeln beispielsweise die Produkte Buon Giorno, Tortina, Quadratini, Gardena. Wie für alle Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie ist auch für Loacker das Thema Chargenrückverfolgung von zentraler Bedeutung. Seit Inkrafttreten der EU-Verordnung 178/2002 wird die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln sowie deren Inhaltsstoffen von allen Herstellern und Lieferanten in Europa per Gesetz verlangt.
Um seinen immer komplexer werdenden Produktionsabläufen gerecht zu werden, hat sich Loacker von seiner alten, historisch gewachsenen und eher auf sequenzieller Arbeitsweise basierenden EDV-Landschaft verabschiedet. Seit Anfang 2005 haben die Waffelexperten das ERP-System Foodsprint im Einsatz. Die Software ist eine auf SAP basierende und von cormeta entwickelte und vorkonfigurierte Branchenlösung für die Nahrungsmittelindustrie. In Foodsprint ist die integrierte Chargenrückverfolgung ebenso realisiert wie das Qualitätsmanagement. Zusätzlich kann ein Laborinformations- und -managementsystem angebunden werden. Foodsprint entspricht den FDA-Richtlinien der amerikanischen Gesundheitsbehörde sowie den GMP- und HACCP-Richtlinien.
Loacker konnte auch vor der Einführung von Foodsprint nachvollziehen, welche Rohstoffe wann und wie verarbeitet wurden und woher diese kamen. Allerdings war dies verbunden mit einem entscheidenden Nachteil: Die Qualitätsprüfungen im Wareneingang waren nicht in das ERP-System integriert. Wollte man auf die Prüfberichte zugreifen, mussten diese erst mühsam recherchiert werden. Mit dem neuen System kann Loacker die Chargenrückverfolgung über seine komplexen Produktionsprozesse hinweg durchgängig garantieren.
Loacker verfügt über drei Herstellungsstandorte: Unterinn, Bozen und das österreichische Heinfels. In Unterinn und Heinfels entstehen die Waffeln, Bozen kombiniert die fertigen Produkte in Aufstellern. In Mailand, Verona und Caserta befinden sich die Logistikzentren. Die Produktion ist stark standardisiert. Die Anlagen an den jeweiligen Produktionsstätten sind miteinander verbunden und werden prozesstechnisch gesteuert. Pumpen leiten die Rohstoffe weiter, Förderbänder führen die Halbfabrikate der Weiterverarbeitung zu. Dabei findet die Produktion – je nach Variante – auch werkübergreifend statt. So wird beispielsweise eine in Unterinn hergestellt Vorpaste in Heinfels weiterverarbeitet, oder die Aufsteller in Bozen werden mit Fertigware aus Unterinn und Heinfels bestückt.




