Dipl.-Oecotroph. Thomas Schmitz, Prof. Dr. Brigitte Petersen
Zur Erhaltung und Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit wird in Zukunft für Lebensmittelhersteller das Denken in Prozessketten immer mehr an Bedeutung gewinnen. Denn eine intensive Zusammenarbeit von Zulieferer und Produzent ist notwendig, um noch kostengünstiger und schneller am Markt agieren zu können. Bei der Optimierung der gesamten Prozesskette von der landwirtschaftlichen Erzeugung bis zum Endkunden spielen zwei Aspekte eine wichtige Rolle: Zum einen wird der Aufbau kettenbezogener Qualitätsmanagementsysteme zur Sicherung und kontinuierlichen Verbesserung der Prozess- und Produktqualität auf der Grundlage der branchenneutralen Normenreihe DIN EN ISO 9000:2000 ff. durchgeführt. Dieses Regelwerk hat sich inzwischen weltweit durchgesetzt. Zum anderen ist Voraussetzung für eine ganzheitliche Betrachtungsweise der inner- und überbetrieblichen Prozesse, dass Ressourcen und Abläufe bekannt und transparent sein müssen, damit sie wirkungsvoll eingesetzt und verbessert werden können.
Eine wichtige Forderung an ein umfassendes Qualitätsmanagement-System im Sinne der DIN EN ISO 9000:2000 ff. ist die Einrichtung von Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen, um die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften und vertraglich festgelegten Vereinbarungen nicht zu gefährden. Ferner muss die Minimierung aller tatsächlichen und möglichen Risiken, die den Kunden und Endverbraucher in seiner Gesundheit gefährden, nachgewiesen werden.
Seit Inkrafttreten des Produkthaftungsgesetzes muss jedes Unternehmen der Lebensmittelherstellungskette im Schadensfall gegenüber dem Kunden den Nachweis der fehlerfreien Herstellung seiner Produkte erbringen. Regelmäßige, systematisch durchgeführte Risikoanalysen helfen alle produktsichernden Maßnahmen nachzuweisen. Des Weiteren verursachen Fehler, die während der Neueinführung eines Produkts oder eines Prozessablaufs auftreten, hohe Kosten bei ihrer Beseitigung. Es ist daher notwendig schon in der frühen Phase der Prozessplanung möglicherweise auftretende Fehler vorausschauend, d. h. frühzeitig zu erkennen und deren Risiken abzuschätzen.
Diese Forderungen an eine präventive Qualitätstechnik werden von der Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse (FMEA) als planungsbegleitende Risiko- und Schwachstellenanalyse erfüllt.
Durch das frühe Beschäftigen mit möglichen Fehlerquellen wird eine Strategie der Fehlervermeidung an Stelle einer aufwendigen Fehlerbeseitigung verfolgt. Mögliche Fehler, Fehlerursachen und -folgen werden systematisch gesammelt, bewertet und anschließend Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen entwickelt. Die Qualitätstechnik FMEA ist somit ein Instrument der Effizienzsteigerung eines Unternehmens und einer Zuliefererkette.




