Das Verbundprojekt SensoRein entwickelt Lösungen für eine sensorbasierte Überwachung des Reinigungsbedarfs und des Reinigungsergebnisses in geschlossenen Systemen für die Lebensmittelproduktion. Es schafft damit die Voraussetzung für eine ressourcenschonende CIP-Reinigung. Das Projekt wird vom BMEL unterstützt und vom Institut für chemische und thermische Verfahrenstechnik (ICTV) der TU Braunschweig koordiniert.
Reinigungsprozesse in der Lebensmittelindustrie haben das Ziel, die Produktionsanlagen nachhaltig von Produktrückständen zu säubern. Da man in geschlossene Systeme, wie Rohrleitungssysteme und Behälter, nur begrenzten Einblick hat, geht man in der Praxis auf Nummer sicher. Das bedeutet längere Reinigungszeiten, mehr Verbrauch an Wasser, Reinigungsmedien und Energie als man eigentlich bräuchte, wenn der Verschmutzungsgrad und der Zeitpunkt der vollständigen Abreinigung bekannt wären. Eine Thematik, die bei zunehmend kleineren Batchgrößen und wachsenden Anforderungen an die Nachhaltigkeitsziele der Unternehmen an Bedeutung gewinnt.
Ressourcenschonende und sichere Reinigung
Inline-Reinigungssensoren sollen den „Blick“ in geschlossene Systeme ermöglichen und den Weg zur einer ressourcen-schonenderen und dennoch sicheren Reinigung ebnen. Im Rahmen des vom BMEL geförderten Forschungsprojekts SensoRein wurde die Entwicklung von drei innovativen Sensortechnologien weiter vorangetrieben.
Dickenscherschwinger mir robustem Messsignal
Der Dickenscherschwinger des Fraunhofer Instituts IVV in Dresden zielt auf das Monitoring des Verschmutzungsgrads und der Identifikation des Endpunkts des Reinigungsprozesses. Das robuste Messsignal lässt sich auf unterschiedliche Stoffmatrizes kalibrieren. Im Projekt wurde ein industrietauglicher Prototyp entwickelt, dessen Erprobung in Pilotanlagen von den im projektbegleitenden Industriekonsortium vertretenen Unternehmen geplant ist.
Kompakte Fluoreszenzsonde
Mit der Fluoreszenzsonde des Fraunhofer IPM in Freiburg lassen sich produkt-unabhängig Abreinigungsprozesse und deren Endpunkt überwachen. Die kompakte Bauweise der Messsonde ermöglicht dabei den direkten Einbau in kritische Anlagenteile. Mit einer UV-Quelle und Auswerteeinheit lassen sich mehrere Messstellen überwachen. Auch für diesen Sensortyp wurde im Projekt ein industrietauglicher Prototyp entwickelt, dessen Erprobung in Pilotanlagen von im projektbegleitenden Industriekonsortium vertretenen Unternehmen bevorsteht.
Laserinduzierte Plasmaspektroskopie
Bei der laserinduzierten Plasmaspektroskopie (LIBS) des Fraunhofer IFAM in Bremen geht es um die Übertragung eines in der technischen Oberflächenreinigung bewährten Messprinzips auf flüssige Medien. Der Vorteil ist, dass sich mit dem Messprinzip kleinste Mengen an Rückständen in Reinigungsmedien nachweisen lassen. Im Projekt konnte die Machbarkeit der Anwendung des Messprinzips in flüssigen Medien gezeigt werden und typische Rezepturbestandteile von Nahrungsmitteln in geringen Konzentrationen in Wasser detektiert werden. Weitere Entwicklungsarbeiten zielen auf die weitere Reduktion der Nachweisgrenze von typischen Rezepturbestandteilen sowie die Verifikation des Messprinzips in CIP-Anlagen. Diesbezüglich sind Testreihen an der Technikumsanlage der TU Braunschweig in Vorbereitung. Diese steht über die Projektlaufzeit von SensoRein hinaus Sensorerstellern und Anwendern für die Verifikation und Weiterentwicklung von Messprinzipien zur Verfügung.




