Die deutsche Getränkeindustrie verzeichnet eine spürbare Verschiebung in der Produktionsstruktur: Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) wurden 2025 rund 4,1 Prozent weniger zuckerhaltige Erfrischungsgetränke produziert als im Vorjahr. Gegenläufig entwickeln sich zuckerreduzierte und zuckerfreie Varianten: Light-Getränke verzeichneten ein Produktionsplus von 5,1 Prozent, Mineralwasser legte um 2,7 Prozent zu.
Als Hintergrund nennt Destatis gesundheitspolitische Entwicklungen: 60,6 Prozent der Erwachsenen und 25,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen waren 2024 von Übergewicht betroffen. Diese Zahlen erhöhen den politischen und gesellschaftlichen Druck auf Hersteller, den Zuckergehalt in Getränken zu senken – sei es durch Reformulierung bestehender Produkte oder durch den Ausbau zuckerarmer Sortimentssegmente.
Für die Produktionstechnik in der Abfüllung und Rezepturgestaltung hat dieser Strukturwandel unmittelbare Konsequenzen. Die Umstellung auf alternative Süßungsmittel wie Steviolglycoside, Erythrit oder Sucralose erfordert in vielen Fällen Anpassungen an Mischsystemen, Dosieranlagen und Qualitätssicherungsprozessen, da sich die rheologischen Eigenschaften und das Kristallisationsverhalten von Zuckerersatzstoffen von Saccharose unterscheiden. Zudem müssen Abfüllanlagen bei häufigeren Rezepturwechseln flexibler ausgelegt sein, was den Bedarf an CIP-fähigen (Cleaning-in-Place) und schnell umrüstbaren Anlagen erhöht.
Der Zuwachs bei Mineralwasser – einem vergleichsweise produktionstechnisch stabilen Segment – deutet darauf hin, dass ein Teil der Nachfrage schlicht in Richtung ungearomatisierter Produkte abwandert. Hersteller von Erfrischungsgetränken stehen damit vor der Herausforderung, ihre Kapazitäten und Linienauslastungen an veränderte Absatzprognosen anzupassen.
Branchenverbände wie der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) und der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) begleiten den Transformationsprozess mit eigenen Datenerhebungen. Die Destatis-Zahlen bestätigen den Trend, den die Branche bereits seit mehreren Jahren beobachtet: Der klassische zuckergesüßte Softdrink verliert Produktionsanteile, während funktionale und kalorienreduzierte Produkte wachsen. Für Investitionsentscheidungen in neue Abfüll- und Mischtechnik dürfte diese Datenlage zunehmend relevant werden.
Quelle: presseportal Themen: Getränke – https://www.presseportal.de/pm/32102/6382940




