Klimaschädliche fluorierte Treibhausgase (F-Gase) müssen in Kälteanlagen sukzessive durch klimafreundlichere Kältemittel ersetzt werden. Die Alternativen wie CO2 oder Ammoniak sind jedoch deutlich anspruchsvoller in der Handhabung. Notwendig sind leistungsfähigere Dichtungsmaterialien, die u. a. den höheren Drücken standhalten. Der sowohl mechanisch als auch chemisch belastbare Werkstoff Novapress 850 von Frenzelit erfüllt diese Anforderungen.
Fluorierte Gase eignen sich optimal für Kühlanwendungen: Sie lassen sich mit geringem Aufwand komprimieren und damit verflüssigen und wieder in die gasförmige Struktur zurücküberführen. Durch diesen Wechsel des Aggregatzustands wird der Abkühleffekt erzeugt. Jedoch entweichen die Gase aus gängigen Kühlsystemen leicht, da die standardmäßig verwendeten Dichtungen nur geringe Dichtigkeitsklassen aufweisen, die eine permanente Leckage bedingen. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Umwelt. Die synthetischen Verbindungen sind im Gegensatz zu natürlichen Kältemitteln Hunderte von Jahren stabil, verbleiben so in der Atmosphäre und forcieren damit die Erderwärmung.
Es mutet etwas seltsam an, wenn ausgerechnet CO2 in diesem Bereich als klimafreundliche Alternative gesehen wird, obwohl es bei Klimaschutzbestrebungen häufig darum geht, CO2-Emissionen zu verringern. Fluorierte Gase sind jedoch um ein Vielfaches klimaschädlicher als CO2. Um diese Schädlichkeit deutlich zu machen, wurde CO2 als Maßstab genommen und andere Gase daran mit dem sogenannten GWP (Global Warming Potential) gemessen. Dieses CO2-Äquivalent zeigt, wie sehr eine bestimmte Masse eines Treibhausgases im Vergleich zur gleichen Menge CO2 zur globalen Erwärmung über einen bestimmten Zeitraum beiträgt. Methan hat beispielsweise ein GWP von 28, während R134a (Tetrafluorethan) bereits einen Wert von 1300 besitzt. Klassische FCKWs (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) entsprechen sogar einem GWP von 13 900. Bei Ammoniak als natürlichem Kältemittel dagegen beträgt der GWP-Wert null.
Natürliche Kältemittel anspruchsvoller in der Handhabung
Die Tücken im Umgang mit natürlichen Kältemitteln liegen allerdings in den deutlich abweichenden Eigenschaften, beispielsweise beim Dampfdruck und der Verdampfungsenthalpie. R134a kann bei Raumtemperatur z. B. bei ca. 7 bar Druck verflüssigt werden, während für das natürliche Kältemittel R744 (CO2) hingegen ca. 70 bar Druck erforderlich sind. Anlagen müssen demnach deutlich höheren Betriebsdrücken im Abkühlungsprozess standhalten. Auch sind natürliche Kältemittel wie z. B. Ammoniak chemisch viel aggressiver. Anlagen müssen insgesamt mechanisch robuster sein. Zudem muss sichergestellt sein, dass diese Gase keinesfalls austreten, wie es bisher bei Kälteanlagen mit synthetischen Kältemitteln in der Regel der Fall war. Hier würden sich unmittelbare Gesundheitsgefährdungen für anwesende Personen ergeben.




