„Denken Sie unbedingt an die Flaschen mit der Pufferlösung, an das destillierte Wasser zum Spülen und an ein Tuch zum Abwischen.” Für Didier Roussel, Instandhaltungsleiter einer Kläranlage, gehören solche Sorgen, die allen mit der Messung von pH-Werten beauftragten Experten vertraut sind, mittlerweile der Vergangenheit an. Die Kalibrierung der verschiedenen anlagenweiten pH-Messstellen beschränkt sich für ihn heute nur noch darauf, die zu kalibrierende Elektrode aus dem Prozess zu entfernen und durch eine neue, vorkalibrierte zu ersetzen. Die Wartungsaufgaben werden anschließend in der komfortablen Umgebung des zur Anlage gehörenden Labors ausgeführt. Dort stehen alle erforderlichen Dinge direkt bereit.
Die Betreiber der Kläranlage sind auf die digitalen Sensoren der Serie Orbisint CPS11D mit Memosens-Messumformern umgestiegen. Bei der Memosens-Technologie findet die Umformung von analogen in digitale Signale im Inneren des Sensors selbst statt. Daher ist die Elektrode die einzige Komponente, die regelmäßig überprüft und kalibriert werden muss. Das Kabel und der Messumformer wirken sich wesentlich geringer auf den Messprozess aus als es bei einem analogen System der Fall ist, das u. a. empfindlich auf Feuchte und elektromagnetische Störungen reagiert. Didier Roussel prüft die Messung jede Woche mit einem pH-Messgerät, und jede Elektrode wird einmal pro Monat kalibriert. Bei der Kalibrierung, die mit einer Memocal-T-Einheit vorgenommen wird, bietet sich auch die Möglichkeit, die Elektrode mit einer Salzsäurelösung zu reinigen – ein Vorgang, der sich nicht so einfach vor Ort durchführen lässt. Und natürlich bedeutet eine bessere Instandhaltung auch, dass der Sensor zuverlässigere Anzeigewerte liefert und sich seine Lebensdauer verlängert.
Auch Merck konnte an der Produktionsstätte in Gernsheim die Lebensdauer der Elektroden um 30 % verlängern. Einige Sensoren waren sechs Monate lang in Betrieb – eine Zeitspanne, die mit den früheren analogen Sensoren undenkbar war. Und das, obwohl die Geräte mit Temperaturen von rund 80 °C und einem pH-Wert, der sich im sehr sauren Bereich bewegt, aber zeitweise bis auf einen Wert von zehn ansteigen kann, besonders rauen Bedingungen ausgesetzt sind.
Eine der wichtigsten Innovationen der Memosens-Technologie besteht darin, dass im Elektrodenkopf zahlreiche wartungsrelevante Daten in digitaler Form gespeichert werden. Sobald die Elektrode im Labor ankommt, können die Techniker sich anhand dieser Daten einen genauen Eindruck von den Betriebsbedingungen der Elektrode verschaffen. Dazu kann die Elektrode über ein Kommunikationsmodul auf einen PC angeschlossen werden. Mit Memobase, eine Software für die Verwaltung von Messstellen, die auf der Memosens-Technologie basieren, werden die Daten sicher und nicht-manipulierbar übertragen und gespeichert. Memobase erlaubt es also auch, die Kalibrierungsabläufe und Instandhaltungsarbeiten zu dokumentieren. Und es kann eine Historie der gespeicherten Daten anzeigen, mit deren Hilfe die Entwicklung der Steilheit oder des Nullpunkts aller Elektroden überwacht werden.




