Dr. Michelle Jones, Technical Manager Europe, ADM Natural Health and Nutrition
Die Controlled Delivery Technology dient zur Herstellung von Retardprodukten. Das amerikanische Unternehmen SCOLR hat auf diesem Gebiet eine Reihe von patentierten Technologien entwickelt, die für verschiedenste chemischen Verbindungen mit unterschiedlichen Eigenschaften eingesetzt werden können.
CDT basiert auf dem einfachen Modell einer in Wasser quellenden Matrix (hydrophilen), die geometrisch verändert wurde. Diese Technologie macht sich die in situ auftretenden Wechselwirkungen zwischen den Ionen des aktiven Wirkstoffs und denen der Hilfsstoffe zunutze. Dadurch wird durch Diffusion eine bestimmte Menge eines oder mehrerer Wirkstoffe aus dem Nahrungsergänzungsmittel über einen vorgegebenen Zeitraum freigesetzt.
Die Tabletten lösen sich nach der Einnahme in der Magenflüssigkeit auf. Hydrophile Polymere und alle anderen Inhaltsstoffe reagieren mit dem verfügbaren Hydratwasser und bilden eine Gelschicht um den Kern der Tablette. Das heißt: Es entsteht ein geschlossenes Mikrosystem. Ausgewählte Rohstoffe kontrollieren die Hydratation, ermöglichen die Bildung der Gelmatrix und steuern die Wirkstofffreisetzung innerhalb bzw. an der Oberfläche des Mikrosystems. Ionische (anionische und amphotere) Rohstoffkomponenten sorgen dafür, dass die Gelschicht erhalten bleibt. Das bedeutet, dass auch die Kapillaren, die durch die Hydratation der quellbaren Polymere entstanden sind, bestehen bleiben. Diese ionischen Komponenten ermöglichen die kontrollierte Freisetzung der Wirkstoffe.
In Abhängigkeit von der Zusammensetzung des Systems lassen sich die Freisetzungsgeschwindigkeiten und -muster sehr genau eingestellen. Auf diese Weise stehen die Nährstoffe zeitlich und mengenmäßig so zur Verfügung, als ob sie über die normale Nahrung zugeführt worden wären. Diesen Umstand nutzt ADM aus, indem das Unternehmen CDT zur Herstellung von Novasoy Daily, einem speziellen Sojaisoflavonkonzentrat nutzt.
Positive wissenschaftliche Berichte über die Wirkung von Sojaisoflavonen auf das Wohlbefinden in der Lebensmitte oder auf die Gesundheit des Knochen- und Herzsystems lenken die Aufmerksamkeit der Verbraucher vermehrt auf Produkte, die mit diesen Zutaten angereichert sind. Die Isoflavone haben eine ähnliche chemische Struktur wie das menschliche Hormon Östrogen. Deshalb bezeichnet man Isoflavone häufig auch als Phytoöstrogene. Sie sind von Natur aus nicht steroidal, haben aber trotzdem östrogene und antiöstrogene Eigenschaften. Isoflavone kommen in Sojabohnen vor, in der Regel in Mengen zwischen 0,027 und 0,1 Gew.-%. In sehr geringen Mengen findet man sie auch in Erbsen, Bohnen und andern Hülsenfrüchten.




