Die Produktvielfalt bei flüssigen und viskosen Lebensmitteln steigt. Das stellt hohe Anforderungen an die Verpackung. Verbraucher erwarten möglichst nachhaltig produzierte Becher und Behältnisse, ohne dabei Abstriche beim Produktschutz oder bei der Haltbarkeit machen zu müssen. Hersteller wiederum streben einen möglichst schnellen, sicheren, exakten und hygienischen Verpackungsprozess an. Unterstützung bei der Entwicklung neuer Verpackungen erhalten sie im Ampack-Technikum.
Bei der Entwicklung neuer Produkte stellen sich auch Fragen zur Eignung der Verpackung. Bieten die Barriereeigenschaften des gewählten Packmittels ausreichend Schutz und Haltbarkeit für das Produkt? Welchen Entkeimungsgrad muss die Verpackungsmaschine leisten und welche Sterilisationsmethoden sind dafür geeignet? Und schließlich: Werden die Verbraucher das Produkt überhaupt annehmen? Das Ampack-Technikum bietet eine Testumgebung für all diese Fragen. Es wurde 2018 von Syntegon als Forschungs und Entwicklungszentrum für die Molkerei- und Lebensmittelindustrie in Königsbrunn bei Augsburg, dem Standort der Tochterfirma Ampack, eröffnet.
Lebensmittelhersteller, die Abfüllversuche durchführen möchten, besitzen meist keine Anlagen, mit denen sich neue Produkte im Versuchsmaßstab aseptisch abfüllen lassen. Die eigene Produktionsanlage dafür zu nutzen, kommt nicht infrage, da die Ausbringungsleistung viel zu hoch und eine Unterbrechung der Produktion unrentabel wäre. Im Ampack-Technikum lassen sich auf einer Fläche von 450 m2 Sterilisation, Dosiergenauigkeit und Siegelung im kleinen Rahmen testen, bevor große Maschinen und Anlagen umgerüstet oder neu gebaut werden.
Testen unter realen Bedingungen
Zur Sterilisation der Verpackung sind Entkeimungstests insbesondere für Hersteller und Abfüller von sensiblen Produkten wie Babynahrung von essenzieller Bedeutung. Die Sterilisation von neuen Becherformen oder Materialien lässt sich im Ampack-Technikum erproben. Denn neue Becher können nur in der Produktion eingesetzt werden, wenn sie den Hygieneanforderungen entsprechen und im Verpackungsprozess sicher entkeimt werden. Die dazu notwendigen Einstellungen werden in der Pilotanlage ermittelt und schließlich beim Anwender in die Produktionsanlage übertragen.
Mikrobiologische und chemische Prüfungen sind ein Teil der möglichen Fragestellungen – mechanische und mechatronische Tests ein anderer. Wenn ein Verbraucher beispielsweise zum Joghurtbecher im Kühlregal greift, geht er selbstverständlich davon aus, dass dieser die angegebenen 150 g Produkt enthält. Lebensmittelproduzenten, die eine Abfüllanlage neu kaufen oder umrüsten möchten, sind daher gut beraten, im Versuchsmaßstab erproben zu lassen, wie die Dosiereinheit für ihre Produkte am besten einzustellen ist. Besonders bei komplizierteren Füllschemata wie geschichteten Desserts sind Testdosierungen hilfreich.




