Skandale in der Lebensmittelindustrie zeigen immer wieder, welche Herausforderung es ist, die Qualität von Lebensmitteln und Zutaten sicherzustellen. Eine digitale Plattform kann dabei helfen, indem sie Transparenz in der Lieferkette schafft. Sie ermöglicht zudem eine schnelle Reaktionsfähigkeit bei dynamischen Ereignissen, beispielsweise während der Corona-Krise oder wenn doch einmal eine Rückrufaktion nötig sein sollte.
Als vor einiger Zeit im Spinatsoufflé eines großen Herstellers Glassplitter gefunden wurden, startete dieser eine Rückrufaktion. Erst Wochen später stellte das Unternehmen fest, dass die Glassplitter aus einem Rohstoff stammten, der auch in einem anderen Endprodukt zum Einsatz gekommen war. So musste der Hersteller wenige Wochen später eine weitere Rückrufaktion durchführen. Inzwischen wurden sicher viele der betroffenen Produkte verkauft und Kunden durch die Splitter verärgert oder gar verletzt.
Das Management solcher Rückrufaktionen ist meist komplex, zeit- und kostenaufwendig. Hinzu kommen Imageschäden und Vertrauensverluste bei den Kunden.
Digitale Plattform als Lösung
Um diese negativen Auswirkungen abzumildern und fundierte Entscheidungen innerhalb von Minuten treffen zu können, hat Tech Mahindra zusammen mit SAP Labs die digitale Plattform Sprint entwickelt. Der Name Sprint steht für Strategic Product Recall in Transparency. Sprint basiert auf SAP Leonardo mit der SAP-Cloud-Plattform (SCP) SAP HANA und einem Front-End auf UI5-Technologie. SCP liefert die Cloud-Basis und erleichtert die zukünftige Integration verschiedener Back-End-Anwendungen – unabhängig davon, ob diese von SAP stammen oder nicht. So verbindet Sprint die verschiedenen Akteure der Lieferkette und sorgt für einen transparenten und unveränderlichen Informationsfluss.
Ein Gedankenspiel: Hätte der Hersteller des Spinatsoufflés die Plattform Sprint genutzt, hätte er beide betroffenen Produkte sofort zurückrufen können: Die Fehlerquelle ist in der transparenten Lieferquelle sofort gefunden und somit ist direkt ersichtlich, in welchen Endprodukten die Zutat verarbeitet wurde. Das Unternehmen kann sofort handeln und alle betroffenen Produkte direkt aus dem Verkehr ziehen. Dieses Smart Monitoring führt zu einer kürzeren Dauer und höheren Effektivität des Rückrufs bei geringeren Gesamtkosten. Verbrauchern nehmen das Unternehmen als verantwortungsbewusst und handlungsfähig wahr.
Qualität von Anfang an
Idealerweise kommt es jedoch erst gar nicht zu einer Rückrufaktion. Leichter gesagt als getan, denn auf dem Weg vom Feld zum Produzenten legen Lebensmittel häufig Tausende von Kilometern zurück. Ihre oft nur kurze Haltbarkeit hängt davon ab, dass spezifische Transportbedingungen eingehalten werden. Allerdings ist die Lieferkette mit Landwirten, Zwischenhändlern, verarbeitenden Unternehmen und Logistikdienstleistern fragmentiert und unübersichtlich. Die Akteure verwenden unterschiedliche Backend-Systeme für die Verarbeitung ihrer Informationen, was die Verwaltung des Transports sowie der vor- und nachgelagerten Prozesse höchst komplex macht. So wird die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu einer Herausforderung. Kurzfristige Reaktionen auf dynamische Ereignisse in der Lieferkette, wie sie etwa in Folge der Corona-Pandemie entstanden sind, sind kaum möglich.




