Aktuell lastet ein großer Druck auf der weltweiten Pharmaindustrie. Wie beurteilen Sie die Situation im Markt und welche Konsequenzen hat die aktuelle Krise für Diosna Dierks & Söhne?
Oevermann: Die größte Verantwortung liegt derzeit bei den Forschungslaboren und Fachleuten, hier wird mit Hochdruck an der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gearbeitet. Unsere Aufgabe als Diosna beginnt bei der Unterstützung der Produktion. Wie jedes produzierende Unternehmen in Deutschland bemerken auch wir die Unsicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter in der heute sehr dynamischen Situation. Glücklicherweise setzen wir schon seit 135 Jahren auf „Made in Germany“, sodass wir das Tagesgeschäft der Maschinenproduktion fast uneingeschränkt fortführen können.
Mit unseren Mischer-Granulatoren, Fluid-Bed Systemen und kompletten Prozessanlagen sind wir jederzeit in der Lage, auf spezielle Kundenanforderungen einzugehen. Wie schnell uns das kurz- und mittelfristig gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Wir beobachten auch verschiedene Ansätze für neue Indikationslösungen, wie z.B. das sogenannte Repurposing. Dieses Verfahren prüft den Einsatz von Medikamenten, die bereits für andere Anwendungen erprobt sind. Sobald solch ein Wirkstoff freigegeben ist und in die Produktion geht, können unsere Maschinen aufgrund ihrer Leistungsstärke und Zuverlässigkeit dazu beitragen, die Situation zu entspannen.
Welche Maßnahmen ergreift die Diosna innerbetrieblich und kundenspezifisch?
Oevermann: Unser Ziel ist es selbstverständlich, alles zum Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden zu unternehmen. Unsere Produktionsstätten sind so weitläufig, dass die Arbeitsbereiche voneinander getrennt sind. Auf das Thema Hygiene wird seit jeher großen Wert gelegt, trotzdem wurden alle Mitarbeiter zusätzlich geschult. Unsere Angestellten arbeiten wenn möglich im Homeoffice. Interne Meetings sowie Gespräche mit unseren Kunden und Geschäftspartnern finden, wenn möglich, online statt.
Wie steht es um die Lieferfähigkeit, ist die Produktion gefährdet?
Oevermann: Unsere Kunden können sich hier hundertprozentig auf uns verlassen, denn unsere hauseigenen Werkstätten sind bestens organisiert. Bereits bestätigte Bestellungen werden selbstverständlich auch bearbeitet und ausgeliefert. Sollte es hier zu krankheits- oder auch lieferantenbedingten Verzögerungen kommen, informieren wir unsere Kunden rechtzeitig. Hierfür wurden zuverlässige Prozesse entwickelt, um den Informationsstand aktuell zu halten. Sofern diese Produktionsketten funktionieren, können wir auch zukünftig termingerecht ausliefern. Einschränkungen ergeben sich natürlich durch die Einschränkung der Reisefreiheit. Dies betrifft vor allem unsere Experten, die bei den Kunden arbeiten. D.h. Verkäufer, technische Monteure, Technologen, Programmierer, Validierungs- und Qualifizierungspersonal und Inbetriebnehmer. Die Diosna Gruppe verfügt jedoch über ein großes Netzwerk an kompetenten Vertriebs- und Servicemitarbeitern und zuverlässigen Partnern, das erlaubt, vor Ort auf das jeweilige Fachpersonal zuzugreifen und einen gut strukturierten Kundendienst anzubieten.




