Rainer Lindemann
Das Sammeln der Daten ist in vielen Unternehmen der Prozessindustrie kein Problem, es kommt vielmehr darauf an, was man damit macht. Um beispielweise Wägedaten für die Prozesskontrolle einzusetzen, muss der Bediener auch in der Lage sein, die Daten unmittelbar und richtig zu interpretieren. Im Klartext bedeutet dies: Die Wägeterminals müssen leicht verständliche Informationen direkt an der Linie liefern. Nur so kann der Bediener Abweichungen rechtzeitig erkennen und gezielte Maßnahmen ergreifen, bevor Grenzwerte verletzt oder Fehlchargen produziert werden. Hohe Intelligenz auf der einen, robuste und zuverlässige Wägetechnologie auf der anderen Seite wurden in der der Kontrollwaagengeneration EWK 3000 von Sartorius vereint. Leichte Bedienbarkeit, hohe Funktionalität und einfaches Ablesen, auch aus größeren Entfernungen, zeichnen die Terminals ebenso aus wie individuelle Konfigurierbarkeit.
Die EWK-3000-Kontrollwaagen lassen sich in das Qualitätssicherungssystem ProControl für Windows (SPCfWin) integrieren. Damit werden alle Daten zuverlässig überwacht, archiviert und dokumentiert. Die Software leitet den Bediener sicher durch das Programm. Selbst ungeschulte Mitarbeiter sind in der Lage, nach kurzer Einweisung selbstständig Stichproben durchzuführen. Ein definiertes Stichprobenintervall fordert am Terminal zur Durchführung der Stichproben auf. Dies wird mit einem Monitormodul zentral im Qualitätssicherungs- oder Betriebsleitungsbereich überwacht. Ein Beispiel hierfür ist die Füllmengenkontrolle gemäß Fertigpackungsverordnung. Mit ProControl lassen sich alle qualitäts- und hygienerelevanten Charakteristiken stichprobenbasiert bzw. in Vollkontrolle erfassen und zentral überwachen. Bis zum Einzelwert jedes Merkmals mit Uhrzeit, Maschinen-, Chargenidentifikation und Benutzerkennung werden alle Daten nachvollziehbar sicher gespeichert.
Neben der Gewichtskontrolle können weitere qualitätsrelevante Produkt- und Umgebungsparameter aufgenommen werden. So kann SPCfWin die Ergebnisse der regelmäßigen Analysen kritischer Kontrollpunkte nach HACCP elektronisch speichern, überwachen, auswerten und für beliebig lange Zeiträume archivieren. Dabei interessieren nicht nur die Wägedaten, sondern auch Produkt- oder Umgebungsstörungen. Typische Aspekte sind beispielsweise, ob das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum korrekt ist, ob das Metallsuchgerät ordnungsgemäß funktioniert oder ob die Verpackung richtig verschlossen ist. Darüber hinaus lassen sich mit SPC (Statistical Process Control) quantitative Merkmale, wie Kühltemperaturen, Abmessungen oder Brix-Werte, integrieren.
Bei Installationen ohne Netzwerkanbindung muss nicht auf elektronische Datenverarbeitung verzichtet werden. Mit der Option USBPrint verfügt die Waagengeneration über eine Schnittstelle, die das tägliche Arbeiten in der Produktion erheblich erleichtert. Die Kontrollwaagen EWK 3000 speichern sämtliche Protokolle im internen Speicher. Der USB-Stick wird einfach in den USB-Steckplatz der Kontrollwaage gesteckt. Dieser ist IP-65-geschützt und somit bestens geeignet für den Einsatz im rauen Industrieumfeld. Mit dem Einstecken des USB-Sticks wird automatisch die Archivierungsfunktion der Kontrollwaage aktiviert. Alle relevanten Daten werden im internetbasierenden XML-Format auf dem USB-Stick gespeichert. Anschließend können diese auf jedem PC mit den handelsüblichen Web Browsern ( z.B. Internet Explorer) geöffnet, angesehen, per E-Mail weiterversendet und archiviert werden. Mit Microsoft Excel 2003 lassen sich die Daten auch in einer Tabelle weiterverarbeiten. Ein weiteres wichtiges Feature ist die Möglichkeit, die Archivierungsfunktion der Kontrollwaage per Passwort zu sperren, wodurch die Daten vor Missbrauch geschützt werden.




