Es gibt nichts Gesünderes als Wasser zu trinken. Doch viele Menschen bevorzugen die gezuckerte Limonade mit mehr Geschmack. Dabei kann pures Wasser dank eines duftbasierten Trinksystems aus dem 3-D-Drucker mittlerweile auch wie eine leckere Zitronenlimonade schmecken – und das frei von Zucker und Kalorien.
Krankheiten wie Diabetes werden häufig durch ungesundes Ess- und Trinkverhalten verursacht. Das liegt zum einen daran, dass viele Menschen in Getränken den versteckten Zuckergehalt oft nicht wahrnehmen. Zum anderen schmeckt vielen pures Wasser schlichtweg nicht, sodass sie lieber zu gezuckerten Getränken wie Limonaden oder Säften greifen.
Das Münchner Unternehmen air up hat mit dem Verkauf von Trinkflaschen, die Wasser nur durch Duft aromatisieren, einen neuen Trend für gesunde Getränke mit mehr Geschmack gesetzt. Dabei hat sich das Team von air up das Phänomen des sogenannten retronasalen Riechens zu Nutze gemacht. Denn bis zu 80 % unseres Geschmacks werden nicht durch die Zunge definiert, sondern durch die Nase.
Die Technologie für die neuen Trinkflaschen funktioniert dabei wie folgt: Durch die Aromapods am Mundstück steigen aromatisierte Luftblasen beim Trinken in den Mundraum und gelangen durch den Rachenraum zu den Riechrezeptoren. Diese sind dafür zuständig, den Geruch an das Gehirn weiterzugeben. Da das Aroma der Duftpods aus dem Rachenraum stammt, erkennt unser Gehirn den Geruch, jedoch wird dieser als Geschmack wahrgenommen. Das lässt pures Wasser wie eine leckere, süße Limonade schmecken.
Der 3-D-Druck spielte im Entwicklungsprozess dieser Trinkflaschen eine Schlüsselrolle, sowohl für den direkten Druck von detaillierten und lebensmittelechten Funktionsprototypen als auch für das Rapid Tooling, um schnell und einfach spezielle Werkzeuge und Formeinsätze für traditionelle Fertigungsverfahren herzustellen.
Von Prototypen zur verkaufsfertigen Flasche
Von der Idee bis hin zur finalen Trinkflasche – air up setzte den 3-D-Drucker im gesamten Produktentwicklungsprozess ein. Zunächst wurden die einzelnen Teile designt. Dann mussten die Prototypen entwickelt, getestet und verbessert werden. Das Team des Unternehmens benötigte dafür wasserdichte, luftdichte und lebensmittelechte Prototyp-Materialien. Der 3-D-Druck vereinfachte diese Prozesse bedeutend und eignete sich sehr gut für die Prototypenentwicklung.
Durch den Einsatz von 3-D-Druckern von Formlabs konnte air up die einzelnen Teile in einer CAD-Software designen, leicht anpassen und flexibel verändern. Die STL- oder OBJ-Datei wurde dann in eine Software zur Druckvorbereitung importiert, damit der 3-D-Drucker die Informationen verarbeiten konnte. Im Anschluss wurden die Prototypen direkt vor Ort in wenigen Stunden oder gar Minuten gedruckt. Dabei fiel die Wahl auf den SLA-3D-Druck. Das Druckmaterial bildet verschiedene Kunstharze. Diese befinden sich in Kartuschen und können flexibel ausgetauscht werden. Beim Druck fließt das flüssige Kunstharz in einen Tank und wird dort anschließend mit UV-Strahlen gehärtet. Zu Beginn des Drucks fährt eine Druckplattform herunter, bis sie mit dem Kunstharz abschließt. Anschließend härtet der Laser Schicht für Schicht das Produkt. In diesem Prozess taucht die unterste Schicht immer wieder in das flüssige Kunstharz ein, sodass ein nahtloser Druck möglich ist.




