Herr Schmitz, wie funktioniert die Dualsplit-View-Technologie?
Torsten Schmitz: Beim Dualsplit-View-Verfahren wird die natürliche Aufweitung der Röntgenstrahlen ausgenutzt. Das Röntgenbild des Produkts wird beim Eintritt in den Strahlungskegel sowie auch bei Austritt aufgezeichnet. Die Dymond DSV ist eines der ersten Produkte weltweit, das mit dem Dualsplit-View-Verfahren arbeitet.
Welche Vorteile ergeben sich durch die Technologie?
Schmitz: Im Gegensatz zum reinen Einstrahlgerät punktet die Dymond DSV mit einer zweiten Aufnahme in einem anderen Winkel. Dies ermöglicht einen zweiten Blick hinter die Wölbung am Boden und erhöht die Empfindlichkeit im Randbereich des Produkts um ein Vielfaches. Selbst kleinste Fremdkörper werden erkannt, auch bei perspektivischen Unsicherheiten, zum Beispiel in gerundeten Glasböden oder am Rand eines Behälters wie in hohen, stehenden Produkten. Aber auch lageabhängige Kontaminationen, zum Beispiel flache Glasscherben, werden mit der Dymond DSV besser detektiert. Dabei hat das Gerät trotzdem kompakte Maße. Dadurch lässt es sich einfach in bestehende Produktionsanlagen integrieren. Außerdem profitieren Nutzer von einer – im Vergleich zu Doppelstrahlgeräten – reduzierten technischen Komplexität, die zu einer einfacheren Wartung führt.
Anders als das Minebea-Intec-Gerät Dymond D, das mit zwei Röntgenquellen arbeitet, benötigt die Dymond-DSV-Lösung nur eine Röntgenquelle. Was bringt das?
Schmitz: Durch den Einsatz von nur einer Röntgenquelle schonen wir die Ressourcen bei gleichbleibender Empfindlichkeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen Doppelstrahlgeräten ist bei dieser Inspektionsvariante keine aufwendige Vereinzelung der Produkte notwendig. Des Weiteren wird keine externe Wasserkühlung der Röntgenröhren benötigt, da wir hier einen modernen Monoblockgenerator einsetzen. Die Reduktion der Strahlen hat eine direkte Auswirkung auf den Energieverbrauch, was sich auch in sinkenden Betriebskosten widerspiegelt. Weitere Ressourcen werden gespart, da weniger Material, zum Beispiel für den Strahlenschutz, eingesetzt werden muss. Anschaffungskosten und laufende Kosten ergeben ein stimmiges Gesamtpaket, das mit einem früheren Erreichen des Return on Investment punkten kann. Das Gerät schließt die Lücke zwischen einfachen Einstrahl- und komplexen Doppelstrahlsystemen. Mit der Dymond DSV hat Minebea Intec eine gelungene Kombination für Kunden geschaffen, deren Produktion nicht ausreichend Platz für eine Doppelstrahllösung bietet, die aber auf maximale Qualitätssicherung nicht verzichten wollen.
Bis zu welcher Größe lassen sich Fremdkörper mit dem Röntgeninspektionssystem Dymond-DSV erkennen?
Schmitz: Wir setzen bereits in der Standardausführung auf einen hochauflösenden 0,4-mm-Zeilendetektor. Dies ermöglicht eine Detektion von sehr kleinen Partikeln. Grundsätzlich erkennt das Gerät Fremdkörper bis zu einer Größe von 1 mm. Die detektierbaren Größen hängen jedoch stark von Faktoren wie Umverpackung, Durchsatzleistung, Dichte und Ordnungszahl der jeweiligen Kontamination ab. Wir führen täglich sehr viele Produktuntersuchungen in unseren Laboren durch. Dort werden unsere Kunden entweder mittels eines Berichts oder teilweise sogar live während der Untersuchung über die Ergebnisse informiert. Sehr häufig besuchen wir auch unsere Kunden mit den entsprechenden Testanlagen und führen das Röntgengerät vor Ort vor, natürlich immer nach den gesetzlichen Vorgaben und Regularien.




