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    Mit Röntgeninspektionsgeräten lassen sich Fremdkörper in Lebensmitteln zuverlässig aufspüren. Das Besondere am horizontalen Röntgeninspektionsgerät Dymond
    Veröffentlicht
    07. April 2022
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Herr Schmitz, wie funktioniert die Dualsplit-View-Technologie?
    Torsten Schmitz: Beim Dualsplit-View-Verfahren wird die natürliche Aufweitung der Röntgenstrahlen ausgenutzt. Das Röntgenbild des Produkts wird beim Eintritt in den Strahlungskegel sowie auch bei Austritt aufgezeichnet. Die Dymond DSV ist eines der ersten Produkte weltweit, das mit dem Dualsplit-View-Verfahren arbeitet.

    Welche Vorteile ergeben sich durch die Technologie?
    Schmitz: Im Gegensatz zum reinen Einstrahlgerät punktet die Dymond DSV mit einer zweiten Aufnahme in einem anderen Winkel. Dies ermöglicht einen zweiten Blick hinter die Wölbung am Boden und erhöht die Empfindlichkeit im Randbereich des Produkts um ein Vielfaches. Selbst kleinste Fremdkörper werden erkannt, auch bei perspektivischen Unsicherheiten, zum Beispiel in gerundeten Glasböden oder am Rand eines Behälters wie in hohen, stehenden Produkten. Aber auch lageabhängige Kontaminationen, zum Beispiel flache Glasscherben, werden mit der Dymond DSV besser detektiert. Dabei hat das Gerät trotzdem kompakte Maße. Dadurch lässt es sich einfach in bestehende Produktionsanlagen integrieren. Außerdem profitieren Nutzer von einer – im Vergleich zu Doppelstrahlgeräten – reduzierten technischen Komplexität, die zu einer einfacheren Wartung führt.

    Anders als das Minebea-Intec-Gerät Dymond D, das mit zwei Röntgenquellen arbeitet, benötigt die Dymond-DSV-Lösung nur eine Röntgenquelle. Was bringt das?
    Schmitz: Durch den Einsatz von nur einer Röntgenquelle schonen wir die Ressourcen bei gleichbleibender Empfindlichkeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen Doppelstrahlgeräten ist bei dieser Inspektionsvariante keine aufwendige Vereinzelung der Produkte notwendig. Des Weiteren wird keine externe Wasserkühlung der Röntgenröhren benötigt, da wir hier einen modernen Monoblockgenerator einsetzen. Die Reduktion der Strahlen hat eine direkte Auswirkung auf den Energieverbrauch, was sich auch in sinkenden Betriebskosten widerspiegelt. Weitere Ressourcen werden gespart, da weniger Material, zum Beispiel für den Strahlenschutz, eingesetzt werden muss. Anschaffungskosten und laufende Kosten ergeben ein stimmiges Gesamtpaket, das mit einem früheren Erreichen des Return on Investment punkten kann. Das Gerät schließt die Lücke zwischen einfachen Einstrahl- und komplexen Doppelstrahlsystemen. Mit der Dymond DSV hat Minebea Intec eine gelungene Kombination für Kunden geschaffen, deren Produktion nicht ausreichend Platz für eine Doppelstrahllösung bietet, die aber auf maximale Qualitätssicherung nicht verzichten wollen.

    Bis zu welcher Größe lassen sich Fremdkörper mit dem Röntgeninspektionssystem Dymond-DSV erkennen?
    Schmitz: Wir setzen bereits in der Standardausführung auf einen hochauflösenden 0,4-mm-Zeilendetektor. Dies ermöglicht eine Detektion von sehr kleinen Partikeln. Grundsätzlich erkennt das Gerät Fremdkörper bis zu einer Größe von 1 mm. Die detektierbaren Größen hängen jedoch stark von Faktoren wie Umverpackung, Durchsatzleistung, Dichte und Ordnungszahl der jeweiligen Kontamination ab. Wir führen täglich sehr viele Produktuntersuchungen in unseren Laboren durch. Dort werden unsere Kunden entweder mittels eines Berichts oder teilweise sogar live während der Untersuchung über die Ergebnisse informiert. Sehr häufig besuchen wir auch unsere Kunden mit den entsprechenden Testanlagen und führen das Röntgengerät vor Ort vor, natürlich immer nach den gesetzlichen Vorgaben und Regularien.

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    Welche Geschwindigkeit erreicht das Gerät?
    Schmitz: Wir geben für die Dymond DSV eine maximale Bandgeschwindigkeit von 60 m/min an. Die theoretische Durchsatzleistung, die wir bezogen auf die Belichtungszeit und Rechenleistung erreichen können, sind 1000 Produkte pro Minute. Hierzu entwickelt unsere Engineering-Abteilung die notwendige Hardware, um auch das Produkt-Handling dementsprechend zu realisieren. In der Praxis haben wir Projekte mit bis zu 800 Produkte pro Minute bereits erfolgreich umgesetzt.

    Für welche Produkte ist das Röntgeninspektionssystem besonders geeignet?
    Schmitz: Es eignet sich besonders für Gläser, Dosen und Flaschen, aber auch für Trinkjoghurts, Ketchup- und Mayonnaisetuben und ähnliche Produkte.

    Können Sie bitte einige typische Anwendungsbeispiele nennen.
    Schmitz: Die Dymond DSV prüft Produkte auf Kontaminationen wie zum Beispiel Metalle, Glas oder Knochensplitter. Darüber hinaus kontrolliert sie auch Qualitätsmerkmale wie unter anderem die Füllhöhe, Bruch oder Vollständigkeit. Typische Anwendungen sind, neben den bereits genannten Produkten, zum Beispiel auch Marmeladengläser, Dosensuppen, Babynahrung, Kaffeegläser und Speiseeis in Pappbechern. Das Gerät deckt also ein äußerst breites Produktportfolio ab.

    Ist das Gerät Industrie 4.0-tauglich?
    Schmitz: Ja, bereits im Standard ist jede unserer Röntgeninspektionslösungen mit einer Ethernet-Schnittstelle versehen. Dies ermöglicht zum einen eine gute Fernwartung und zum anderen eine schnelle Integration in das kundenseitige Netzwerk. Unser Betriebssystem ist Windows. Darüber hinaus stellen wir natürlich die gängigen Protokolle wie OPC UA, Modbus etc. zur Verfügung. Unser eigenes SPC Enterprise System vernetzt alle unsere Minebea-Intec-Produkte.

    Über welche Schutzart und über welche Zulassungen verfügt das Gerät?
    Schmitz: Wie die anderen Modelle der Dymond-Serie wird das Gerät nach den Vorgaben des hygienischen Designs gefertigt. Das bedeutet: Es ist leicht zu reinigen und hat eine verminderte Anzahl an Kanten oder Falzen, in denen sich Rückstände bilden können. Unser modernes Design zeigt keinerlei waagerechten Flächen, auf denen sich Flüssigkeiten ansammeln können. Unterstrichen wird dies durch die Schutzklasse IP65. Die Verwendung robuster Materialien bedeutet zudem mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber starken Reinigungsmitteln. Dies zahlt sich für den Nutzer aus, da die Reinigung weniger Zeit und Reinigungsmittel benötigt – und somit Geld spart. Außerdem können unsere Röntgenanlagen im Suchtunnel auch in der Schutzart IP69 ausgeführt werden. Speziell für salz- oder chlorhaltige Anwendungen können auf Wunsch auch Sonderedelstahllegierungen umgesetzt werden.

    Minebea Intec GmbH, Hamburg

    Halle 5.2, Stand B68

    Das Interview führte für Sie Claudia Bär

    Redakteurin

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